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Allein (ein)schlafen – unser Kind kann es einfach nicht

Posted in Erziehung

Mein großes Kind schläft nicht allein. Wenn es nicht anders geht, dann schafft meine 3-jährige Tochter es zumindest ohne Körperkontakt einzuschlafen, allerdings muss sie mich sehen, denn sie hat Angst. Wovor? Vor Wölfen, Hexen, Piraten „bösen Wichten“ (Ida versteht den Begriff Bösewicht anscheinend anders) oder „Davor, dass du nicht mehr hier bist.“

Als ich noch zu den Kinderlosen gehörte, war ich mir ganz sicher, dass mein Kind niemals in meinem Bett schlafen würde. Dann kam ich mit Ida aus dem Krankenhaus und sie wollte nicht nur nicht in ihrem Bett schlafen, sonder auf mir drauf. So war ich dann heilfroh, als dies irgendwann auf das Bett in dem ich lag wechselte.

3 Jahre später schläft sie zwar in Ihrem eigenen Zimmer, aber Papa schläft dort auch. Momentan ist dies für alle am entspanntesten, da Baby Milou nachts auch mal auf die Idee kommt für 1-2 Stunden wach zu sein. So bin ich die einzige im Haus, die unter dem Schlaf- bzw. Nicht-Schlaf-Terror leidet.

Wenn mein Mann nicht zu Hause ist, und das kommt recht häufig vor, hab ich Ida allerdings wieder in meinem Bett.

Nun stelle ich mir also regelmäßig die große Frage: Stört es mich, dass sie nicht allein schläft?

Manchmal antworte ich mit „ja“. Dann denke ich, dass eine 3-Jährige doch wohl allein in ihrem Bett schlafen kann, dass mich die kleinen Füße, die sich unter meinen Körper bohren, nerven, dass ich auch mal neben meinem Mann aufwachen will, dass es sich doch so gehört.

Ist das die richtige Motivation? Klar, neben meinem Mann zu schlafen ja, aber selbst darüber streiten sich die Experten, ob wir wirklich den besseren, erholsameren Schlaf bekommen, wenn wir das Bett mit dem Partner teilen.

Und wie lange wird das wohl noch so gehen? 1-2 Jahre? Eigentlich mag ich gerade jetzt, wo ich mich viel um ihre kleine Schwester kümmere, diese Zeit im Bett (wenn es Milou denn mal zulässt) ganz gerne. Ich erwische mich dabei, wie ich sie immer mehr ausfrage, weil sie zu dieser Zeit auch am bereitwilligsten über ihren Tag erzählt. Und das Kuscheln. Hat das nicht auch ein Ablaufdatum? Kuschelt meine Nichte (1 1/2 Jahre älter als Ida) noch so häufig mit ihrer Mama? Werde ich in 50 Jahren in meinem Bett liegen und denken, dass ich die Zeit mehr hätte geniessen sollen?

Und so komme ich immer wieder zu dem Schluss, dass es mich irgendwie doch nicht so sehr stört. Ich rücke Ihre kleinen Füße wieder zurück, so dass sie wieder gerade im Bett liegt und schlafe glücklich wieder ein…

Bis Milou 5 Minuten später aufwacht und ich dieses Schlaftheater verfluche.

Fortsetzung folgt bestimmt …

Idaschlafend Milouschlafend

 

4 Comments

  1. Julia
    Julia

    Ich habe als Kind auch alles Mögliche unter meinem Bett gehabt :-9 Und auf lange Zeit der Matratze am Fußende im Schlafzimmer meiner Eltern geschlafen. Geholfen haben bunte Klebepunkte, die ich in den Familienkalender kleben durfte: Grün für alleine im Zimmer geschafft, gelb für halbe Nacht geschafft und rot für nicht geschafft. Nach einer bestimmten Anzahl grüner Punkte gab es eine Belohnung und seitdem ging das dann!

    10. März 2016
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    • Katjaschiller
      Katjaschiller

      Das ist eine super Idee! Die merke ich mir und wird im Sommer ausprobiert!

      10. März 2016
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  2. Christine Rehfeld
    Christine Rehfeld

    Liebe Katja,
    Ich wusste gar nicht, dass du diesen Blog hast.
    Du schreibst das wunderbar!!!
    Auch wir schlafen immer noch gemeinsam mit Pauli ein. Und ich genieße dies sehr!!! 🙂
    Durchschlafen kennt Pauli auch noch nicht wirklich. Aber auch das nächtliche Aufstehen finde ich nicht schlimm. Ich bleibe dann gerne bei ihm und kuschel mich an ihn. 🙂
    Schade ist nur immer, dass es Leute gibt, die dabei die Augen verdrehen. In meinem Fall sogar die Kinderärztin.
    Aber da müssen wir drüber stehen.
    Wichtig ist, dass es unseren Mäusen gut geht und dass unser Familienleben für uns als Familie funktioniert.
    🙂

    20. März 2016
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    • Katjaschiller
      Katjaschiller

      Ich glaube übrigens, dass dies ein kleines „Tabuthema“ ist, bei dem gerne mal was in Erzählungen weggelassen wird und so getan wird, als könnten die Kinder fantastisch (ein/durch)schlafen 😉

      20. März 2016
      |Reply

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