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Allein in meiner Stadt

Posted in Muttergefühle

Ich bin traurig. Ich bin tief traurig und frage mich, ob es ein verspäteter Babyblues ist, oder etwas anderes.
Naja, den Grund meiner Traurigkeit kenne ich schon. Meine Schwester und ihre 3 Kinder wollten uns am Wochenende besuchen (vor 2 Monaten haben wir diesen Besuch geplant) und nun schlägt die Grippe bei ihr zu und ruiniert mein Highlight des Monats.
Ich bin traurig für Ida, aber auch für mich.
Wir leben in einer Stadt, in der wir ganz auf uns gestellt sind und ich dazu oftmals allein mit den Kindern bin. So auch am kommenden Wochenende.
Ich bin traurig, weil nun einer der wenigen Momente, den ich mit meiner Familie verbringen kann, von der Grippe gestohlen wurde!
Ich vermisse meine Familie. Ich bin das ganze Jahr über so stark, schaffe alles allein, ziehe Kinder an, spiele, koche, backe, putze, kaufe ein, bastle, male aus – alles allein.
Ich vermisse meine Familie und Freunde sonst nie, weil ich es einfach nicht zulasse. Und nun kommt diese blöde Grippe dazwischen und wirft mich aus der Bahn.
Ich gaukle mir über FaceTime vor, dass wir ja nicht so weit weg sind und trotzdem am Familienleben teilhaben, ich meine Neffen und Nichten heranwachsen sehe, aber das stimmt nicht.
Wie gern hätte ich einen „Omatag“, wie gern würde ich einfach mal nur einen Nachmittag zu meiner Schwester fahren und unseren Kindern beim Spielen zuschauen. Dann müsste ich nicht im Voraus planen und mindestens eine Woche bleiben müssen, damit es sich lohnt mit einer 3-Jährigen und einem Baby ins Flugzeug zusteigen. Alles um am Ende zu denken, oh das reicht jetzt aber auch mit dem Besuch. Wie schrecklich komme ich mir jetzt vor, dass ich das überhaupt denke.
Wie gerne würde ich mit meiner besten Freundin allein essen gehen und mich mit ihr über unsere Babies unterhalten.

Wir können uns manchmal die Dinge nicht aussuchen, aber wir müssen auch nicht das ganze Jahr über stark sein, nur um die Traurigkeit darüber nicht zuzulassen.


Hier noch eine kleine Anmerkung: Im Laufe des Nachmittags haben meine Eltern spontan entschieden, dass sie uns an diesem Wochenende besuchen. Somit wird zumindest ein kleiner Teil des „Durstes“ nach meiner Familie gestillt. Die Traurigkeit hat nicht gesiegt 🙂

 

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