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Warum ich eine Mama bin

Posted in Muttergefühle

Als ich noch ein Kind war, wollte ich unbedingt heiraten. Kinder waren nicht unbedingt im Plan. Später stand für mich fest, auf jeden Fall heiraten und dann mindestens 4 Jahre kinderlos verheiratet sein.

Schon in unserem ersten Ehejahr, spürte ich auf einmal, dass ich ein Baby haben will. Mehr war mir gar nicht klar über das Mamasein. Es war einfach nur ein Gefühl, kein Gedanke. Als ich dann tatsächlich schwanger war, machte ich 10 Tage lang jeden Tag einen Schwangerschaftstest, weil ich es gar nicht fassen konnte. Es gab kein zurück mehr und jetzt hatte ich 9 Monate Zeit mich darauf einzustellen.

Der Arzt legte mir Ida auf die Brust, dieses verklebte kleine Häufchen, und ich war so unendlich glücklich, wie ich es vorher nie gewesen bin. Mein Mann konnte Ida viel emotionaler empfangen als ich. Ich war vollgepumpt mit Adrenalin und konnte alles noch gar nicht richtig fassen.  In den nächsten 3 Tagen wurden wir dann ins Elternsein geschmissen: Wir wollten sie immer auf dem Arm haben, hatten die ersten schlaflosen Nächte, ich vergoss die ersten Tränen, weil Ida eine Nacht getrennt von uns verbringen musste, da ihre Gelbsuchtwerte schlecht waren, und genoss genau diese Nacht das Schlafen ohne alarmbereit zu sein (wohl ahnend, dass diese Nächte rar werden würden). Es ist nun 3 Jahre her und inzwischen habe ich ein zweites Kind auf die Welt gebracht.

Das Mamasein ist erschöpfend und bringt mich an meine Grenzen. Die Beziehung zu meinem Mann hat sich stark verändert und ich bin so gut wie nie allein. Ist es das Schönste was mir je passiert ist? Ja.

Wenn ich meinen Mann sehe, wie er mit unseren Töchtern umgeht, wie er mit Ida spielen geht, obwohl er die Nacht durchgearbeitet hat und unter chronischem Schlafmangel leidet (aus anderen Gründen als ich), dann liebe ich ihn, wie ich es ohne meine Kinder nicht tun könnte.

Wenn meine große Tochter mir in einem ihrer nie enden wollenden Redeflüsse komplizierte Sätze mit wenns und deshalbs vorplappert, bin ich so stolz, wie ich auf keinen anderen Menschen stolz sein kann.

Wenn meine 4 Monate alte Tochter ganz still hält oder vergnügt grrrt, weil ich sie gerade Küsse, schenkt sie mir eine Liebe, wie sie Kinderlose nicht fühlen können.

Ich darf jeden Tag stiller Beobachter einer Geschwisterliebe sein, die gerade mal zarte 4 Monate alt ist und schon ein stärkeres Band bildet, als jede Freundschaft. Ich darf die Superheldin meiner Töchter sein, die mich lieben, egal welche Fehler ich mit Ihnen begehe.

Meine Töchter lehren mich geduldig, selbstlos und bescheiden zu sein. Durch sie kenne ich die wahre Bedeutung von Verantwortung, aber auch von Sorge. Ich verstehe durch sie mein Verhältnis zu meiner Mutter deutlich besser und denke ihretwegen häufig über die Rolle der Frau nach.

Mamasein ist anstrengender, als alles was je von mir verlangt wurde. Das Geheule, das Gebocke, das Gesauge, die Erschöpfung, der Schlafmangel, der dicke Mutti-Körper. Doch sobald ich die kleine streichelnde Hand auf meinem Arm fühle, weiss ich warum ich Mama bin. Sobald ich höre „Du bist die beste Mama der Welt“ (wohl wissend, dass der Grund für diese Aussage ein paar Süssigkeiten sind), fühle ich mich unschlagbar, stark, glücklich und vollkommen.

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4 Comments

  1. ohwundermaedchen
    ohwundermaedchen

    Das hast du ganz toll und ehrlich geschrieben! ❤️

    16. April 2016
    |Reply
    • Katjaschiller
      Katjaschiller

      Danke, da freue ich mich sehr!

      16. April 2016
      |Reply
  2. Sehr schön! Kann ich total nachvollziehen! 🙂

    7. August 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Das freut mich sehr! Liebe Grüße

      7. August 2016
      |Reply

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