Direkt zum Inhalt

Heiraten mit Baby – Interview mit einer Braut

Posted in Allgemein

Die schönste Zeit des Jahres beginnt: Hochzeitszeit! Schon lange kann man beobachten, wie klassische Reihenfolge Hochzeit-Kind-Haus gebrochen wird. Aber wie ist es mit Baby zu Heiraten? Kann man den Tag überhaupt geniessen, oder dreht sich dann eh nur alles um das Versorgen des Kindes.

Ich habe Chrissy (32), die geheiratet hat, als ihre Tochter J. 3 Monate alt war, zum Interview gebeten, um ihr all die Fragen zu stellen, die mir unter den Nägeln brannten. 

Erzähl mal von den Basics deiner Feier? Wie, wo, was? (Warum können wir uns ja alle denken)

Wir haben sowohl standesamtlich als auch kirchlich geheiratet, beides unabhängig voneinander. Bei der standesamtlichen Hochzeit im kleinen Kreis war ich schwanger, bei der kirchlichen Hochzeit mit der großen Feier im Sommer war J. dann schon ein paar Monate auf der Welt. Wir haben in einem Hotel in der Nähe von Aschaffenburg mit ca. 120 Gästen gefeiert. Die Zeremonie fand draußen im Garten der Anlage statt. Am Abend ging es in einen großen Saal mit Büffet und Musik. Wir haben es insgesamt schon sehr klassisch gehalten: es gab eine Hochzeitstorte, einen Hochzeitstanz und verschiedene Reden von meinem Mann, den Trauzeugen und Eltern. Durch das Büffet, den DJ und einen von den Gästen organisierter Tanz-Flashmob war es aber eine sehr lockere und lustige Atmosphäre.

Wann hast du dein Kleid ausgewählt und wie hast du es mit deinem „Afterbabybody“ gehlaten?

Das Kleid habe ich ca. 2 Monate vor der Feier ausgewählt, ca. 14 Tage vorher wurde es dann nochmal angepasst und umgenäht. Ich musste mich aufgrund der kurzen Vorlaufzeit ein wenig bei der Kleiderwahl einschränken, da teilweise die Lieferzeiten zu lang gewesen wären. Das habe ich der Verkäuferin am Anfang des Termins mitgeteilt, so dass ich keine Kleider anprobiert habe, die gar nicht in Frage gekommen wären. Ich hatte Glück, mein absoluter Favorit war lieferbar!

Da es ja nur 3 Monate nach der Geburt war, hat sich mein Körper nach und nach noch verändert. Ich hatte noch ein paar Kilo mehr drauf, was mich aber in der ganzen Euphorie nicht gestört hat. Ich habe ein bisschen kontrollierter gegessen, d.h. wenig Süßigkeiten, aber eine Diät kam für mich nicht in Frage, da ich zu dem Zeitpunkt voll gestillt habe.

Zu den Terminen im Geschäft habe ich mir immer eine Freundin, meine Mama oder meine Tante mitgenommen, damit sie in der Zeit J. beruhigen und mir natürlich auch Tipps zu den Kleidern geben konnten!

War der Zeitpunkt der Hochzeit bewusst gewählt oder habt ihr einfach ein Datum ausgesucht?

Wir wollten unbedingt im Sommer feiern und mussten dann schauen, welche Termine bei der Location noch frei waren. Natürlich haben wir bei der Planung immer gehofft, dass es mit dem Baby an dem Tag alles irgendwie klappen wird! Und so war es dann auch. J. hat im Alter von 3 Monaten noch sehr viel geschlafen und war sehr unkompliziert.

War deine Tochter den ganzen Tag vor Ort oder hast du sie auch abgegeben?

Unsere Tochter war den ganzen Tag dabei. Während der kirchlichen Trauung lag sie im Kinderwagen unter einem schattigen Baum und hat geschlafen. Ich hatte sie kurz vorher noch gestillt, damit es auf keinen Fall zu einer Hungerattacke kommen kann. Ich hatte eine sehr gute Freundin beauftragt sich um sie zu kümmern, falls sie während der Trauung anfängt zu schreien, was zum Glück nicht der Fall war.

Am späten Abend merkte ich, wie sie etwas unruhig wurde und habe sie in unser Zimmer gebracht und schlafen gelegt. Eine Babysitterin passte die ganze Zeit auf sie auf und blieb bei ihr. So wusste ich, dass es ihr gut ging und ich Bescheid gesagt bekommen würde, falls etwas sein sollte. Das hat mich sehr beruhigt und ich konnte den Abend sehr genießen.

Was waren die Herausforderungen am Heiraten mit Baby und wie hast du sie gelöst?

Ich hatte folgende Herausforderungen:

  • Stillen während der Feier und im Hochzeitskleid

J. wollte zu dem Zeitpunkt ca. alle 2-3 Stunden trinken, so dass ich in weiser Voraussicht ein Kleid ohne Träger ausgesucht hatte. Zum Stillen bin ich dann immer mit einer Begleitperson (mal meine Mama, mal eine Freundin) in einen ruhigen Nebenraum gegangen, damit sie mir beim Kleid „herunterklappen“ helfen konnten. Das ging super schnell und unkompliziert und die kleinen Ruhepausen von der Feier haben mir auch sehr gut getan.

  • zuverlässige Hilfe

Ich hatte im Vorfeld mit meiner Mama und einer sehr guten Freundin ausgemacht, dass sie sich um J. kümmern und auch mal mit ihr spazieren gehen, falls es alles zuviel für sie sein wird. Mir persönlich war das sehr wichtig, da ich jemand brauchte, auf den ich mich verlassen kann und da J. vor allem meine Mama auch kannte. Das hat auch wunderbar geklappt und die beiden wussten, dass sie mir dadurch unglaublich viel Last abnahmen.

  • die Nacht

Ich hatte mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie wir das Feiern und die Nachtruhe von ihr unter einen Hut bekommen. Letztendlich haben wir uns für die Babysitter-Variante entschieden und es war die beste Entscheidung! Ein großer Vorteil war hier, dass  unser Zimmer auf der gleichen Hotelanlage wie die Partylocation war. Somit war ich in 3 Minuten auf unserem Zimmer und hatte kein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Kind, habe aber auch nichts auf der Feier verpasst. Nachdem ich J. ins Bett gebracht habe, bin ich wieder zurückgegangen und die Babysitterin sollte uns dann auf dem Handy anrufen, wenn sie uns braucht. Das Handy haben wir dem DJ gegeben, da er der Einzige gewesen wäre, der den Anruf überhaupt mitbekommen hätte. Es kam aber kein Anruf! Sie hat in dieser Nacht die längste Zeit am Stück geschlafen und hat uns die Party gegönnt 😉

Wir alle wissen, dass Babies stark auf die Gefühle ihrer Mamas reagieren, warst du vor der Hochzeit aufgeregt und wenn ja, wie hast du es hinbekommen, dass deine Tochter entspannt geblieben ist? Gab es Stresssituationen?

Natürlich war ich sehr aufgeregt! Allerdings haben wir versucht die meisten Dinge vor der Geburt zu klären und festzulegen. Es gab dann nach der Geburt nur noch Feinheiten zu besprechen und somit blieb der große Stress tatsächlich aus. Mein Mann hat am Tag der Feier die komplette Organisation und Abstimmung mit dem Hotelpersonal, DJ, Pfarrer, etc. übernommen. Das hat mir wirklich sehr geholfen und ich konnte uns beide in Ruhe fertig machen und musste mich um nichts anderes kümmern.

Wie lange hast du feiern können und wie war der Morgen danach?

Wir waren die letzten auf der Tanzfläche und sind gegen 4:30 Uhr ins Bett gefallen. Bis dahin hatte J. geschlafen, was sie vorher noch nie so lange am Stück getan hatte. Ich habe sie dann zum Stillen geweckt und wir haben bis ca. 8:30 Uhr geschlafen.

Welche Tipps gibst du Mamis, die mit Baby heiraten?

  1. So tiefenentspannt wie möglich zu sein
  2. Organisationsaufgaben an den Partner oder Vertraute abgeben
  3. Früh genug mit der Planung anfangen!

Es gab bestimmt viele wundervolle Momente mit deinem Mann an diesem Tag, gab es auch einen unvergesslichen Moment mit deiner Tochter?

Ich erinnere mich gerne an die Minuten kurz vor der Trauung zurück, quasi die Ruhe vor dem Sturm, als ich ihr auch ein weißes Kleidchen angezogen habe. Das habe ich bewusst so kurz vorher gemacht, damit sie sich nicht noch vollspuckt…es war einfach toll, dass sie mit dabei war!!

Was würdest du heute anders machen?

So kitschig es klingen mag, mir fällt wirklich nichts ein. Es hat alles gut geklappt & wir hatten eine traumhafte Hochzeit, an die wir sehr gerne zurückdenken!

Die Ruhe vor dem Sturm - bevor die Trauung beginnt, wird nochmal gekuschelt.
Die Ruhe vor dem Sturm – bevor die Trauung beginnt, wird nochmal gekuschelt.

Liebe Chrissy, vielen Dank für deine spannenden Antworten und den Einblick in eure Hochzeit!

Schreibe den ersten Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.