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Von 0 auf alleinerziehend

Posted in Muttergefühle

Jeden Sommer kommt dieser Punkt in meinem Leben, an dem sich alles ändert. Es ist wie das Ende der Sommerferien, bloß, dass ich mich keine Schulfreunde erwarten, sondern ich ein langes hartes Jahr. War unsere Familie in den letzten Wochen perfekt, so bin ich für die nächsten 10 Monate auf mich allein gestellt.

Die herrlichen Abende, an denen mein Mann ein Kind ins Bett bringt und ich das andere, haben, bis auf wenige Ausnahmen, ein Ende. Den Wocheneinkauf schnell allein machen, strukturiert und effizient durch die Gänge laufen und sich von den Regalen inspirieren lassen, was man mal wieder kochen kann, gibt es nicht mehr.

Mein Mann hat traditionell in den Sommermonaten weniger zu arbeiten und ich habe den Luxus, dass er zu Hause ist. Und irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, an dem unser normales Leben wieder anfängt, an dem er tagelang nicht da ist und ich alleinerziehend mit Baby und Kleinkind alles zu Hause bändigen muss.

Viel zu schnell ist dieser Punkt heute gekommen und nun sitze ich hier in der brütenden Hitze, habe einen Vorrat an Lebensmittel angeschafft, so dass ich nicht tonnenweise Tüten in den zweiten Stock schleppen muss. 3 Berge Wäsche türmen sich, die es heute Abend, wenn ich beide Kinder ins Bett gebracht habe, zu falten und zu sortieren gilt. Viel zu oft werde ich jetzt wieder mit meinem Baby auf dem Schoß auf der Toilette sitzen, weil sie nicht für die paar Sekunden allein sein will. Die unterbrochenen Nächten, die mein sie mir bereitet werden morgens von meiner 3 jährigen Tochter zu dem Zeitpunkt beendet werden, an dem sie aufwacht, egal ob die Sonne gerade erst aufgegangen ist und ich noch 30 Minuten gebrauchen könnte.

In diesen Sommerwochen wird mir immer wieder klar, wie schön ein normales Familienleben sein muss. Wenn Papa und Mama zwei Tage Wochenende haben, wenn es jemanden gibt, der dir ein Kind oder sogar zwei Kinder für ein zwei Stunden abnehmen kann. Wir machen einen Ausflug nach dem anderem, geben viel zu viel Geld aus (was wir im Rest des Jahres wieder einsparen), lassen uns treiben und Familie sein macht unheimlich Spass.

Jetzt schlüpfe ich wieder in meine Orgamama-Rolle, muss mir den Wecker stellen, damit ich genug Zeit habe, um morgens zwei Mahlzeiten für Idas Kindergarten vorzubereiten, zwei Kinder anzuziehen und pünktlich beim Kindergarten zu sein.

Ich werde jede von Idas Nachmittagsbeschäftigungen mit Baby begleiten und Milou wird artig funktionieren müssen.

Jede Form der Erziehung ist nun mir überlassen, egal ob ich es gut oder schlecht mache. Jede Entscheidung muss ich treffen, egal welche Konsequenzen sie mit sich zieht. Und ich weiß, dass ich das kann, denn zahlreiche echte Alleinerziehende schaffen die gleichen Aufgaben und bewältigen sogar zusätzlich noch den finanziellen Druck, den ich mir teilen kann. Ich kann das, weil das Muttersein eine ungeahnte Stärke aus uns Frauen rausholt. Es gibt auf einmal einen wichtigen Grund die beste Version von uns Selbst zu werden und dieser Grund ist unser Kind.

Ich freue mich schon jetzt auf die Auszeiten, die mein Mann mir in den kommenden Monaten verschaffen wird und ich bin über nichts glücklicher, als dass ich eben doch nicht so ganz allein erziehend bin. Dass es einen Erwachsenen in meinem Leben gibt, mit dem ich die Erziehung meiner Kinder teile, vielleicht nicht 50 zu 50, aber auch nicht 100 zu 0. Ich danke meinem Mann dafür, dass er da ist und mich so gut er kann unterstützt.

Und ich ziehe den Hut vor den wahren Alleinerziehenden! Ihr macht einen tollen Job!

Von jetzt an muss ich ihnen genügen -sieht so aus, als genügte ich
Von jetzt an muss ich ihnen genügen -sieht so aus, als genügte ich fürs Erste.

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