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6 lebensrettende Tipps, wie du gelassen durch die Trotzphase deines Kindes kommst

Posted in Erziehung

Trotz, Wutanfälle, Autonomiephase – egal wie du es nennen willst, es ist die erste richtige Herausforderung für uns Eltern. Hast du dich schonmal gefragt, warum Kinder nicht als 2-Jährige geboren werden? Weil wir Eltern maßlos überfordert wären. Wir würden unsere Kinder gleich wieder im Krankenhaus abgeben, wenn anstatt der niedlichen, süß-duftenden, klitzekleinen Wesen, ein rotziger, tränenüberlaufener, rotgesichtiger Schreihals vor uns säße, der gerade einen Tobsuchtsanfall hat, weil wir sein Brot nicht quer, sondern diagonal durchgeschnitten haben.

Es gibt zahlreiche für uns Erwachsene unerklärliche Gründe, warum die Stimmung in wenigen Augenblicken von heiter-sonnig in einen tosenden Unwettersturm umschlagen kann. Hier nur einige Gründe aus meinem persönlichen Repertoire:

  • Mein Kind will nicht, dass ich ihm helfe eine Tür aufzumachen. Auf drängen der 30 Menschen, die ebenfalls durch diese Tür gehen wollten, helfe ich aber doch.
  • Mein Kind möchte ein Lied „gaaaanz allein“ mitsingen und ich wage es, dazu die Lippen lautlos mitzubewegen (dieser Grund hält seit 2 Jahren an)
  • Ich will meinem Kind helfen die Schuhe anzuziehen, weil es noch keine Schuhe anziehen kann. Ich warte aber nicht lange genug, dass es selbst daran verzweifelt und meine Hilfe will.
  • Nach der Tüte Gummibärchen und der Zahnbürste, die es sich ausgesucht hat, erlaube ich nicht nun auch noch eine Zeitschrift zu kaufen, die mein Kind zwar nicht lesen kann, aber ein glitzerndes Billigspielzeug enthält, das nach 5 Min spielen eh kaputt gehen wird.
  • Die Idee meines Kindes bei -2 Grad ohne Hose aus dem Haus zu gehen, finde ich nicht soooo gut, wie es selbst, deshalb gebe ich mal wieder den Spielverderber.

Ja, die meiste Zeit bin ich mit meinem „Threenager“ Ida sehr zufrieden, sie hat einen starken Willen, kann sich durchsetzen und besitzt ein starkes Selbstbewusstsein. In Phasen des Trotzes wünschte ich mir allerdings oft, mein Kind hätte vielleicht nicht ganz so viel Durchsetzungsvermögen. In genau diesen Momenten helfen mir die folgenden 6 Tipps:

1) Je mehr Urvertrauen das Kind zu dir hat, desto mehr wird es Bocken.

Wenn du also gerade nichts anderes machen kannst, als zu warten, das sich der Sturm legt (und ich weiß, dass das eine schiere Verharmlosung ist), ist das ein unglaublich beruhigender Gedanke. Dein Kind hat so viel Urvertrauen zu dir, dass es sich traut, sich wie ein kleiner tasmanischer Teufel aufzuführen. Denn es weiß, dass du es trotzdem liebst! Ist das nicht wunderbar?

2) Die Sollbruchstellen erkennen

Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass es bestimmte Situationen gibt, die dein Kind zum Trotzen bringen. Ob beim Einkaufen, bei Übergängen oder wenn das Kind müde ist, weißt du erstmal, wann deine „Gefahrenzone“ anfängt, wird es dir leichter fallen diese Situationen bewusster zu gestalten und den Böckchen vorzubeugen. Du wirst Rücksichtsvoller in diese Situationen gehen, die deinem Kind so schwer fallen und das wird euch beiden helfen.

3) Werde kreativ und benutze deine Fantasie

So manch ein Trotzanfall konnte schon abgewendet werden in dem das Kind abgelenkt wurde, aber hierfür brauchst du Fantasie! Ida ärgert sich, dass das Laufrad zu klein ist und sich schlecht lenken lässt? „Dieses Laufrad ist besonders schwierig und kann nur von den Besten gefahren werden! Es ist wie ein wildes Pferd, dass den Reiter abwerfen will!“

Mach ein Spiel aus einer Lästigkeit, das könnte dir auch Spass machen! Keine Lust zum Einkaufen? Geh auf wilde Drachenjagd. Keine Lust mit dem Hund zu gehen, sammeln die Puppen zusammen und mach einen Kindergartenausflug in den Zoo.

4) Hol dir das Böckchen und schmeiss es ganz weit weg

Es ist zu spät, das Kind ist mittendrin in der Motzerei? Ok, aber wie wendet sich das Blatt wieder zum Guten? Auch dieser Übergang ist nicht so leicht. Ich schlage immer vor, dass „Böckchen“ ganz weit wegzuschmeißen. Dann kann ich ihr manchmal helfen, manchmal schmeißt sie es von allein und manchmal hopst es aus Versehen auf mich über, dann fängt Ida an zu lachen und es wird langsam wieder ruhig im Haus. Gerade bei etwas kleineren Kindern hilft dieser Trick. Erschrick aber nicht, wenn dein Kind dir sagt, dass Böckchen soll noch ein wenig bleiben, dann braucht es vielleicht noch eine Weile bis der zweite Anlauf gestartet werden kann. Ein Buch, das diese Idee lebt ist „Die kleine Motzekuh“.

5) Manchmal hilft Bestechung

Bestimmt ist dies nicht die schönste Art und Weise ein Kind von einem Trotzanfall abzuhalten und es wirkt auch nur in Maßen. In manchen Situationen will man auf gar keinen Fall, dass das Geschrei los geht, daher muss man zur Bestechung greifen: Mag dein Kind Gummibärchen? Oder darf es ein wenig Fernsehen? Dann solltest du dein Kind daran erinnern, dass es etwas gibt, wenn es sich gut benimmt! (Ihr seht schon, warum dies nicht immer geht, denn es kann ja nicht ständig Gummibärchen geben, oder Fernsehen schauen)

Der Schlüssel zu diesem Trick ist -wie so oft- Konsequenz! Ohne die brauchst du es gar nicht versuchen, denn wenn dein Schreihals weitermacht dann darf es nichts mehr geben.

6) Nimm dir Abstand

Sich in den Sog des kindlichen Trotzes ziehen zu lassen passiert schneller als man denkt! Versuch dich emotional von deinem Kind zu distanzieren, damit du die Ruhe bewahren kannst und nicht auch noch deinen Kopf verlierst. Suche dir ein paar nette Gedanken und reck dich und streck dich, damit auch dein Körper nicht verkrampft!

Die Trotzphase lässt sich leider nicht vermeiden, denn sie ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung deines Kindes – auch wenn das uns Eltern erstmal auf eine Nervenprobe stellt. Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Tipps ein wenig weiterhelfen und freue mich über Feedback von dir! Oder hast du selbst noch eine Tipp, der uns das Leben erleichtert? Dann schreib mir doch einen Kommentar!

Mit etwas Abstand zum Kind wird es dir leichter fallen eine kühlen Kopf zu bewahren
Mit etwas Abstand zum Kind wird es dir leichter fallen eine kühlen Kopf zu bewahren

12 Comments

  1. Natalia
    Natalia

    Sehr gute Tipps! Mein drittes Kind scheint seine Trotzphase sehr zu genießen. Während meine Große diese Phase kaum hatte, raubt Nummer 3. mir den letzten Nerv. Einige Tipps kannte ich noch nicht und werde es unbedingt mal ausprobieren! LG, Natalia

    12. August 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Na die dritten müssen sich ja auch ganz anders abgrenzen, als die ersten, oder? Schön, dass ich dir ein paar neue Ideen liefern konnte! Liebe Grüße Katja

      12. August 2016
      |Reply
  2. Toller Beitrag Liebes, bei uns geht’s jetzt so langsam los (Hilfe) Liebste Grüße

    16. August 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Vielen Dank ? das schaffst du schon! ? Liebste Grüße Katja

      16. August 2016
      |Reply
  3. Dima
    Dima

    Wir möchten auch auf jeden Fall Nachwuchs mein kleiner ist jetzt 3 Monate alt.. die frage ist nur wann meine Bedenken sind halt wenn der Baby Bauch so groß ist ob ich meinem kleinen genug Aufmerksamkeit geben kann.. wann hast du denn dein zweites bekommen ?

    17. August 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Liebe Dima,
      meine zwei haben 2 Jahre 11 Monate Altersunterschied. Weil Ida so ein Wirbelwind ist, konnte ich mir früher kein zweites Vorstellen, zu dem Zeitpunkt hat sie schon sehr sehr viel verstanden und für uns war es perfekt. Ich denke, dass dein Bauchgefühl dir schon Bescheid geben wird, wann du wieder bereit für ein Baby bist. So war es zumindest bei mir 🙂
      Liebe Grüße und hoffentlich bald einen dicken Bauch 😉
      Katja

      17. August 2016
      |Reply
  4. Liebe Katja,

    danke, dass du mich auf diesen super Artikel aufmerksam gemacht hast!
    Es ist spannend zu lesen wie es abläuft wenn das Kind schon etwas älter ist und ich werde vermutlich in ein paar Wochen wieder auf deinen Artikel zurückkommen und mich noch einmal belesen – denn deine Tipps sind klasse!!!

    LG Miri

    18. April 2017
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    • Katja
      Katja

      Vielen Dank! Das freut man ich sehr!

      18. April 2017
      |Reply
  5. „Je mehr Urvertrauen, desto bockiger“…. das war mir neu & lässt jeden neuen Trotzanfall in einem ganz neuen Licht dastehen. Juhu, mein Kind bockt, denn es liebt mich! <3

    11. Mai 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Wie schön, dass ich dir helfen konnte! Ich versuche es mir immer wieder zu sagen, denn bei uns fängt Milou auch gerade mit der Phase an 🙂

      11. Mai 2017
      |Reply

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