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7 Gründe, warum ich mein Kind gerne in den Kindergarten schicke

Posted in Erziehung

Kennst du sie auch, die Mamis, die ein total schlechtes Gewissen haben, weil sie wieder arbeiten gehen und nach der schönen Elternzeit realisieren, dass sie nicht jede Minute mit ihrem Kind teilen werden? Kennst du die Mamis, die sich Sorgen machen, weil sie sich nicht vorstellen können, dass jemand ihr Kind genauso gut betreuen kann wie sie selbst?Ich war zum Glück nie so eine Mami. Ida hat es mir dafür viel zu leicht gemacht.

Schon als sie 10 Monate alt war, hatte ich das Gefühl, dass ich sie langweile. Sie gierte geradezu nach anderen Kindern und war nicht mehr zufrieden mit meiner bloßen Anwesenheit. Stattdessen blühte sie auf, sobald andere Kinder bei uns waren. Es war unheimlich anstrengend sie zu beschäftigen wenn wir allein waren; hatten wir Besuch so verflog der Tag in Windeseile.

Mit 11 Monaten fingen wir die Eingewöhnung bei der Tagesmutter an und gleich zu Beginn fragte ich diese, wie ich Ida die Eingewöhnung erleichtern könne. Sie bat mich nur um eine Sache:

Verabschiede dich nur ein einziges Mal, wenn du von hier weg gehst, und dann geh, egal, was das Kind macht.

Nach nur wenigen Tagen war es soweit und ich hielt mich an diese Regel. Das erste mal fiel es mir noch schwer, doch schon als ich die Tür hinter mir schloss, hatte Ida aufgehört zu weinen. Die Eingewöhnung war sehr entspannt und nach nur 2 Wochen war Ida komplett eingewöhnt.

2 Jahre später fing die Eingewöhnung in den Kindergarten an und die war noch leichter, als die bei der Tagesmutter. Mein Kind konnte schon all ihre Grundbedürfnisse einfordern und war es gewohnt auch mal bei anderen, ohne mich, zu sein.

Ich stelle es mir besonders schwer für das Mutterherz vor, dein Kind abzugeben, wenn du nicht davon überzeugt bist, dass es das Beste ist, was ihm passieren kann. Deshalb sind hier 7 Gründe, warum ich mein Kind gerne in den Kindergarten schicke:

1) Das Kind bekommt noch eine Bezugsperson dazu

Wir wohnen ohne Omas und Opas, Tanten und Onkels in der Nähe, daher ist es mir sehr wichtig, dass Ida lernt, dass sie auch anderen vertrauen kann.

Als wir neulich beim zu Bett gehen über den Tag sprachen, nahm Ida mein Gesicht in ihre Hände und flüsterte:“Mama, weisst du, wen ich liebe?“ Und mein Mutterherz begann schon zu schmelzen, da fügte sie hinzu:“Andrea und Jessica!“ Ja, sie liebt ihre Erzieherinnen. Ist das nicht schön?

2) Kinder motivieren andere Kind anders, als Erwachsene es können.

Schon mal versucht so schnell zu laufen, wie Usain Bolt? Ich auch nicht, der liegt einfach so außerhalb meiner Schere, dass ich nicht motiviert bin es zu probieren. Wenn aber die Mutti von neben an einen Halbmarathon läuft, dann glaube ich daran, dass ich das auch kann. Genauso ist es bei den Kindern! Ida hat im Kindergarten gelernt sich selbst Anschwung zu machen. Ich konnte ihr vorher in den Ohren liegen „Beine vor und zurück, vor und zurück“ trotzdem hat es erst Klick gemacht, als sie Gleichaltrige im Kindergarten gesehen hat.

3) Dein Kind lernt Sozialverhalten

Es lernt sich in einer Gruppe seinen Platz zu suchen und zu finden, sich zu streiten, sich zu behaupten, nachzugeben, sich zu vertragen und all das „supervised“, also bewacht von Menschen, die gelernt haben mit all diesen Themen umzugehen.

4) Dein Kind bewegt sich viel mehr

Nach 4 Wochen Kindergartenpause kann ich sagen: Kinder spielen und Bewegen sich ganz anders in der Gruppe. Wer hat zu Hause so viel Platz, wie es der Kindergarten hat?  Wer hat die Energie das eigene Kind den ganzen Vormittag über den Spielplatz zu jagen? Wir haben die letzte Kindergartenfreie Woche nur überstanden, weil wir uns JEDEN Tag mit Idas Freund getroffen haben und die beiden gerannt, geklettert und geschwommen sind.

5) Es ist umgeben von pädagogischen Fachkräften

Dein Kind lernt zu jeder Zeit altersgerecht und das, weil es von geschulten Erziehern umgeben ist. Unsere Kindern behandeln regelmäßig Themen, singen Lieder, die wir Eltern nicht kennen und basteln das, was sie können. Ida`s Zeichnungen haben sich so stark durch den Kindergarten entwickelt.

6) Es knüpft soziale Kontakte

Woher kennt dein Kind seine Freunde? Meist finden sich die Kinder, weil die Mamas sich verstehen. Im Kindergarten darf es sich selbst den Freund aussuchen und spielt mit den Kindern, die es gern mag.

7) Abstand führt zu mehr Qualitätszeit

Wenn ich Ida nicht den ganzen Tag sehe, dann freut sie sich mir die Dinge zu erzählen, die sie ohne mich erlebt hat. Und ich habe so viel geschafft, dass ich mich nachmittags auf sie konzentrieren kann. So kann ich ihr einfach besser gerecht werden.

Für viele Kinder fängt bald das neue Kindergartenjahr an. So auch für Mika, Sohn von Juli näht. Dies ist mein Beitrag zu ihrer Blogparade „Mein Kindergartenkind“ und ich hoffe, ich konnte nicht nur Ihr ein besseres Gefühl dabei geben, ihr Kind in den Kindergarten zu schicken!

Wie erging es dir bei der Eingewöhnung deines Kindes? Fiel es dir leicht oder war es schwer? Oder steht dir die Eingewöhnung noch bevor? Welche Bedenken hast/hattest du?

Kindergarten warum
Da läuft mein Kindergarten Kind, damit sie schnell zu ihren Freunden kommt.

8 Comments

  1. Oh Katja, jetzt hab ich ja fast schon Tränchen in den Augen. Der Mäuserich hat morgen seinen ersten Tag in der Kita und ich bin gerade dabei, mich mental darauf „einzustimmen“. Da kommt dein Beitrag also zur perfekten Zeit. Es ist so schön zu lesen, was du für positive Erfahrungen machen konntest und ich hoffe sehr, dass es bei uns auch so gut läuft und der Kleine ebenso gern geht und auch in dem Maße profitieren kann, wie es bei Ida der Fall ist und war.
    Liebste Grüße,
    Juli

    31. August 2016
    |Reply
  2. Puh, für mich wär das noch gar nichts. Aric ist jetzt 12 Monate alt und er würde damit noch gar nicht klar kommen. Er ist extrem auf seinen Vater und mich bezogen und ich gebe ihn sogar ungerne an seine Oma etc – auch wenn es nur für ein paar Stunden ist. Wir warten deswegen auf jedenfall bis zum 3. Geburtstag – bis dahin sieht er mindesten einmal die Woche Babies aus meinem Freundeskreis 🙂

    1. September 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Dann hast du damit bestimmt die beste Entscheidung für Euch getroffen ? Liebe Grüße und genieße die Zeit mit Aric!
      Katja

      1. September 2016
      |Reply
  3. Gerade erst entdeckt & dabei wie für mich geschrieben!!! Nun nach 2 Wochen Kita bin ich mehr als zuvor von unserer Entscheidung überzeugt, und doch habe auch ich zuvor etwas mit dem „frühen“ Beginn gehadert und war es leid mich ständig rechtfertigen zu müssen. Deinen Fakten stimme ich absolut zu!!! Und doch – warum müssen wir uns überhaupt mit Argumenten wappnen? Warum schaffen es andere Mamis mit ihrem „Also, ich gebe meinem Kind, die 2 Jahre, die es braucht“… oder „Also, für mich wäre das nichts…“ oder „Oh je, der Arme“…. doch wieder aus der Reserve zu locken? Ein großes Dankeschön auf jeden Fall für deinen Beitrag! Bin übrigens über julinaehts-Blogparade auf deinen Artikel gestoßen. Liebe Grüße

    21. September 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Oh wie schön! Das freut mich sehr, dass du meine Punkte unterstützt ? Mit dem verunsichern hast du leider recht! Eigentlich ja gar keine schlechte Eigenschaft sich selbst zu hinterfragen, aber ein bisschen mehr Selbstvertrauen täte uns vielleicht gut ? Sehr sehr liebe Grüße und vielleicht hast du ja auch Lust bei meiner Blogparade mit zu machen?!?
      Ist noch bis 30.09. möglich.

      21. September 2016
      |Reply
  4. Witzig. Einen ähnlichen Artikel wollte ich auch demnächst schreiben. Kann ich mir ja jetzt sparen, denn ich finde diesen hier super. 🙂

    Ich würde noch hinzufügen: Das Kind isst besser. Zumindest bei uns, die wir eine super Köchin haben. Dank Kindergarten sind meine Kinder inzwischen schon wesentlich weniger neophob, was Lebensmittel angeht.

    Das mit dem schlechten Gewissen kenne ich auch. Aber ich weiß, dass es den Kindern dort gut geht – und auch das, was du sagst: Ich sammle Kräfte, während sie weg sind, um mich ganz auf sie konzentrieren zu können, wenn sie wieder da sind. Und ich weiß, sie sind gerne dort. Wenn es nach ihnen ginge, würden sie sogar dort übernachten. 😉

    Bei der Eingewöhnung sah das allerdings anders aus. Das ist ein Thema, das mich lange beschäftigt hat. Ich bin sehr froh, dass wir diese Phase nun hinter uns haben.

    Übrigens finde ich: Ein schlechtes Gewissen darf man haben, solange man sich davon nicht auffressen lässt.

    20. April 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Ja, das Problem mit dem Essen geht vielen so, ich hatte den Punkt nicht bedacht, weil meine wirklich sehr gut essen. Dennoch probieren Sie im Kindergarten auch Dinge aus, die ihnen sonst nicht schmecken! Danke!
      Und ja, das schlechte Gewissen muss sich die Waage halten 😊 vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Und liebe Grüße
      Katja

      20. April 2017
      |Reply

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