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Jetzt ist Schluss – Das Ende der meckernden Mama

Posted in Erziehung

Heute ist Weltkindertag und unser Tag fing katastrophal an. Ida schreit das Haus zusammen, weil sie keine Lust hat, Herbstkleidung bei Herbstwetter zu tragen und glaubt es sei noch Sommer. Milou fällt kopfüber vom Bett, weil ich schon viel zu spät dran bin, ich mich anziehe und ein Kind mich anschreit, so dass ich mich nicht auf Ihre Sicherheit konzentrieren kann.

Das kann doch mal passieren? Ich will das aber nicht! Ich will keine Meckermama mehr sein. Deshalb werde ich ab sofort 5 Dinge an meinem Verhalten ändern, um mir und meinen Kindern den ganzen Stress zu ersparen:

1. Schreien

Ich glaube, dass es ein ganz normaler Reflex ist, dass man das schreiende Kind irgendwann zurück anschreit. Das hält ja keiner aus. Aber bringt es denn was? NEIN. Es bringt nichts! Hab ich heute gerade wieder erlebt. Ich schreie und alles wird schlimmer, denn es hilft niemanden wenn Mama auch noch ihren Kopf verliert. Was mache ich also ab jetzt? Option A: Ich mache ein langes schönes entspanntes „Ommmmmmmm“  Ist mir egal wie esoterisch das klingt, es wirkt viel entspannender, als zu schreien. Falls Option A nicht wirkt wende ich Option B an:  Ich gehe für eine Minute ins Bad, schreie einmal laut, dann atme ich tief durch. Ich nehme auch ein Kissen mit, damit ich die Wut raus lassen kann.

2. Mich hetzten

Grund der meisten blöden Situationen ist Zeitdruck! Denn alles muss funktionieren und wehe etwas läuft aus dem Ruder, dann tickt die Bombe immer lauter. Heute tickte sie bis 8:58 und Ida und ich hetzten in den Kindergarten. Ab heute gibt es keinen Zeitdruck mehr! Es bringt niemanden um, wenn wir 5 Minuten später da sind. Und die Termine, die dringend eingehalten werden müssen? Dafür muss ich mehr Zeit einplanen. Ab heute wird früher aufgestanden, denn egal wie gut die 20 min länger schlafen meinem schlafentzogenen Körper tun, das Geschrei macht alles wieder kaputt. Also wird ab morgen wochentags zu einer festen Zeit oder früher aufgestanden.

3. Grob sein

Wenn Ida mich haut oder mich kneift, dann tut das schon ganz schön weh. Wieso sie das macht? Keine Ahnung, es ärgert mich aber sehr. Ich merke, dass ich sie in solchen Situationen oft grob ins Zimmer trage. Ich gehe nicht sanft mit ihr um, wenn sie gerade vor mir tobt.  Meist trage ich sie schnell nach oben in ihr Zimmer und sie wehrt sich dagegen. Ich halte sie fest, aber das ist mir auch schon zu viel.  Ich will das nicht mehr! Ab sofort werde ich auch in dieser Situation ganz ruhig durchatmen und sie nach oben begleiten, wenn sie nicht von alleine geht. Und wenn das nicht hilft, dann werde ich allein nach oben gehen, um den nötigen Abstand zu bekommen.

4. Mich selbst für die Kinder aufgeben

Ich erwische mich, wie ich bei solchen Streits denke. “Ach, dass ist also der Dank dafür, dass wir gestern … gemacht haben“. Ich will immer eine gute Mutter sein und oft vergesse ich meine eigenen Bedürfnisse darüber, oder stecke für meine Kinder zurück. Ich habe keine Lust auf Indoorspielplatz? Dann gehe ich nicht hin. Mein Kind muss mir nicht tagelang dankbar sein, nur weil ich etwas „opfere“, dass es gar nicht verlangt hat. Ida versteht, wenn ich sage, wir machen heute etwas anderes. Und morgen habe ich vielleicht wieder die Ruhe, um mit ihr Dinge zu machen, die überwiegend ihr Spass machen. Also Schluss damit. Außerdem brauche ich Sport (oh Mist) Ich muss mir mehr Kinderfreie Zeit nehmen! Klar möchte ich auch mit meinem Mann Zeit verbringen, aber mein Kopf und mein Körper brauchen auch mal Zeit für sich allein.

5. Denken, dass es schwach ist nach Hilfe zu fragen

Letztens stand ich mit drei Einkaufstüten, Milou auf dem Arm und einem Packet vor der Haustür. Unser Nachbar sah mich aus dem Auto heraus und bot mir Hilfe beim Hochtragen an. Was sage ich? „Nein, danke, das bekomme ich schon hin!“ Habe ich es hinbekommen? Ja, klar!  Mit 5 Mal Treppe rauf und runter in den zweiten Stock! Mein Nachbar hätte alles in einem Gang geschafft. Wieso sage ich Nein? Weil ich denke, dass ich stark bin. Bin ich auch, aber das ist total unnötig.

Ab heute werde ich Hilfe nicht nur annehmen, sondern auch danach fragen. Die Menschen sind nicht schlecht und ich selbst bin immer froh, wenn ich jemanden helfen kann. Ich lasse mir ab heute helfen!

So, das tat jetzt wirklich gut. Und damit das keine leeren Versprechungen sind, werde ich heute in einem Monat schreiben, welchen der Punkte ich einhalten konnte! Ich hoffe es werden alle sein!

Wie sieht’s bei dir aus? Machst du mit? Schreib mir hier unten, was du ab heute ändern wirst (Lass mich bitte nicht allein hier stehen!)

Ich schaffe das schon! So schwer ist es doch gar nicht, oder?
Ich schaffe das schon! So schwer ist es doch gar nicht.

22 Comments

  1. Christine
    Christine

    Liebe Katja,
    Wie du weißt bin ich seit einigen Tagen in Kur (Eltern-Kind-Kur), da mir einfach alles zu viel geworden ist und mein Leben in Richtungen abdriftet, die weder mir noch meinen Lieben gut tun.
    Die von dir beschriebenen Punkte sind auch Punkte, die mit auf meiner „Liste“ stehen. Alleine habe ich es aber nicht mehr hinbekommen und mich deshalb für diesen Weg entschieden. Ob das jetzt tatsächlich richtig war, weiß ich nicht.
    Aktuell liege ich wieder total verheult neben meinem Kleinen (fast 3).
    Ich habe hier schon eine Menge Tränen vergossen und mein Kleiner leider auch 🙁
    Die Betreuung hier funktioniert nicht. Mein Sonnenschein klammert sehr (kommt halt total nach Mama). Ich kann ihn somit (noch) nicht abgeben, sodass ich keine Zeit für mich habe, sondern stattdessen meinen Kleinen 24 Stunden habe.

    Ich baue viel auf mein noch anstehendes psychologisches Gespräch. Mein Kopf muss einmal professionell leergeräumt und sortiert werden. Vielleicht wird danach einiges besser oder vielleicht kann ich mein Leben dann zumindest wieder selbst in die Hand nehmen und in die für mich und meine Lieben richtige Richtung lenken.
    Viele liebe Grüße an dich und deine drei Lieben! Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder 🙂

    20. September 2016
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    • Katja
      Katja

      Ach meine liebe Tine,
      das hört sich noch nicht so gut an. Ich drücke die Daumen, dass es vielleicht in ein paar Tagen etwas leichter fällt. Vielleicht ist es auch ganz gut sich „leer zu weinen“. Die Gefühle müssen ja auch mal raus! Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, dass dir die kommende Zeit die Kraft und die Veränderungen gibt, die du brauchst! Du siehst ja, du bist nicht allein damit! Und in Punkt 5 bist du mir ja sogar schon einen Schritt voraus 😉

      Liebste grüße an die Männer und ne ganz dicke Umarmung an dich 🙂

      20. September 2016
      |Reply
  2. Hallo Katja,
    ich mach mit. Genau so. Und freu mich schon auf Dein Fazit in einem Monat? Meine Tochter neulich so: „gell, Mama. Wir waren heute beide ein bisschen motzig! Blöd, oder?“ Zeigt eigentlich: meistens schaukeln sich Konflikte mit unseren Kindern auf. Es ist an uns den Sprengstoff rauszunehmen. Manchmal gar nicht so einfach.
    Liebe Grüße Katharina

    20. September 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Ich freue mich Katharina! Ganz genau so ist es, leichter gesagt, als getan! Wir sprechen uns dann spätestens am 20.Oktober! Hoffentlich mit positiven Ergebnis! Schön, dass ich nicht allein bin!
      Liebste Grüße
      Katja

      20. September 2016
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  3. Oh Katja, du hast so recht. Genau diese Punkte sind es bei mir (uns) auch! Ich werde mir ein Beispiel an dir nehmen und mitmachen. Toitoitoi!

    20. September 2016
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    • Katja
      Katja

      Schön, meine Liebe! Je mehr, desto besser!
      Ganz ganz liebe Grüße
      Katja

      20. September 2016
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  4. melly
    melly

    Mir gehts auch fast wie dir.Konflikte entstehen nur bei Zeitdruck.
    Ich schreie mit und bin zu grob. Alles so wie bei dir.
    Wenn man nach Hilfe fragt ist nan stärker als wenn man nicht fragt.ich uebe mich schon länger daran.meine kleine ist jetzt 10 Wochen und am ende er Schwangerschaft musste ich oft navh hilfe fragen z.b. bei der Versorgung der beiden grossen (6 und 3) ist zuerst schwer aber schön wenns klappt.oft freut sich der helfende sogar das er was gutes tun kann.also ich bin auch dabei.bun gespannt auf unser Resümee am 20.10. Bis dahin alles gute

    20. September 2016
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    • Katja
      Katja

      Oh ja, ich glaube auch man kann das mit dem nach Hilfe fragen üben! Super, dass du auch dabei bist!
      Allerliebste Grüße
      Katja

      20. September 2016
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  5. Lauta
    Lauta

    Ich muss ganz ehrlich sagen…es tut gut das mal von jemandem anderen zu lesen…denn dieses ewige funktionieren und bespassen meiner Prinzen ist doch manchmal sehr kräfte zehrend. Dachte ich doch immer ich müsste immer gesellschaftskonform und perfekt sein…egal ob ich dabei drauf gehe oder nicht….oder dass ich mir diese Art „Schwäche “ nicht erlauben könnte, weil dann vielleicht irgendwer, irgendwann schlecht von mir denkt. Aber auch ich werde mir deine Liste mal genauer anschauen und sie versuchen auf mich anzuwenden?. Danke sehr?

    21. September 2016
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    • Katja
      Katja

      Das freut mich sehr, und vielen Dank auch für deine offenen Worte! ? Hab ich gern gemacht!

      21. September 2016
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  6. Jessi
    Jessi

    Ich versuche schon lange ohne schreien auszukommen, aber es geht nicht. Sie ist bald 6 und bringt mich oft zur Weißglut , obwohl ich viel Geduld habe. Andere bewundern mich immer für meine Geduld, aber irgendwann ist auch mal bei mir Schicht im Schacht, dann werde ich laut, obwohl ich genau weiß dass es alles nur schlimmer macht aber ich bin auch nur ein Mensch.. Das musst ich einfach mal loswerden

    21. September 2016
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    • Katja
      Katja

      Liebe Jessi, Danke für deine Ehrlichkeit! Ich glaube dir sofort, dass es schwer ist, ich bin gespannt wie es bei uns diesen Monat läuft! Ich glaube es hilft schon sich die Punkte immer wieder ins Gedächtnis zu rufen ? Ich finde das „einfach mal los werden“
      hilft auch schon, oder?!
      Liebe Grüße an dich und viele starke Nerven!

      21. September 2016
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  7. nicole
    nicole

    Meine Nerven werden täglich von meiner 2 1/2 jährigen Tochter auf die Probe gestellt. Mehr Geduld, weniger Zeitdruck, keine Geschrei…..alles meine guten Vorsätze. Ich versuche zur Zeit Wege zu finden ihr das Thema Konsequenz nahe zu bringen bevor meine Geduld erschöpft ist. Spielsachen und Bücher weg bis sie wieder lieb ist. Sich alleine waschen obwohl sie es viel lieber mit mir zusammen macht…..eine Endlosschleife. Das Einzige was hilft: auch weiß ich bin eine gute mutter. Nicht perfekt aber ich gebe jeden tag mein bestes. Ich mache Fehler….viele Fehler aber ich versuche aus Ihnen zu lernen. Und meine Kleine zeigt mir nach jedem Streit das sie mich liebt…mit allem was ich richtig und falsch mache. Das schaffen wir….ALLE

    Liebe grüße und viel Kraft

    Nicole

    21. September 2016
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    • Katja
      Katja

      Oh ja, das ist ein besonders schwieriges Alter. Auch für die Kinder, sie können schon viel, viel aber auch nicht, wollen groß sein, sind aber noch gar nicht bereit dazu, das kann einen kleinen Menschen schon sehr … Nennen wir es mal „verwirren“. Ich glaube die Liebe unserer Kinder haben wir ganz sicher, sie sehen dass wir uns bemühen und vor allem dass wir sie lieben! ❤️
      Liebe Grüße zurück! (Und Kraft natürlich auch ?)
      Katja

      21. September 2016
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  8. Isabelle
    Isabelle

    Oh ja! Hier sind es die selben Dinge. Ein wenig habe ich schon daran arbeiten können nicht mehr so “perfekt“ sein zu wollen – als wir in der 20.ssw unseren zweiten Sohn verloren haben wurden viele Prioritäten neu sortiert!
    Ich bin immer noch nicht da wo ich hin möchte (wie gesagt, ich hab die selben Ziele), aber immer wieder vor Augen führen hilft. Entschleunigen ist ein ganz toller Ansatz und vor allem Zeit für sich selbst raus zu nehmen (der Punkt fällt mir am schwersten – das letzte mal war ich alleine weg wo ich in der schwangerschaft zur Akupunktur musste und davor im November mit meinem Mann am Hochzeitstag?).

    Schön das mal jemand so ehrlich ist und die Dinge beim Namen nennt! ?

    22. September 2016
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    • Katja
      Katja

      ? irgendwie schön, aber auch erschreckend, dass ich nicht allein damit bin! Das mit eurem Sohn tut mir sehr leid. Ich hoffe, dass dich mein Beitrag nochmal animiert mehr auf dich selbst zu achten, denn geht es uns gut, geht es unseren Kindern auch gut!
      Aller allerliebste Grüße
      Katja

      22. September 2016
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  9. Michi
    Michi

    Bei „Ohhhmmmm“ musste ich echt lachen! Is mir auch schon eingefallen! Mittlerweile „Ohm“-en meine Kids mit mir mit…. :)))

    22. September 2016
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    • Katja
      Katja

      Michi, das ist dann die Königsdisziplin, wenn die Kinder mitmachen ?! Hut ab!

      22. September 2016
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  10. Klasse Beitrag und ich fühle mit dir! Die letzten Tage zerren an mir so dermaßen, dass ich kurz davor bin mich selber in eine Klapse einzuweisen. Nein, jetzt Spaß beiseite. Irgendwann kann man einfach nicht mehr und fühlt sich überfordert. Dein Beitrag hat mir wieder Augen geöffnet und ich hoffe, ich werde mich jetzt öfter an deine Worte erinnern. Liebe Grüße, Kamila 😉

    22. September 2016
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    • Katja
      Katja

      Vielen lieben Dank, Kamila. Ich glaub das Gefühl mit der Klapse kennen wir alle (hihi).
      Ganz ganz liebe Grüße
      Katja

      22. September 2016
      |Reply
  11. […] Grob sein, mich nicht selbst aufgeben für die Kinder und nach Hilfe fragen, wenn ich sie brauche. (Hier gibt es den ausführlichen […]

    20. Oktober 2016
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