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Der morgendliche Saboteur

Posted in Muttergefühle

Fragt ihr euch auch manchmal, wie es eigentlich sein kann, dass es länger dauert wenn zwei Erwachsene das morgendliche Fertigmachen übernehmen, als wenn ihr das allein macht?

Habt ihr auch schon verwundert auf die Uhr geschaut, weil ihr allein 20 Minuten früher fertig wart, als mit Mann? Mir geht es regelmäßig so! Mein Mann ist viel unterwegs und immer wieder überrascht es mich, dass ich morgens ohne ihn viel schneller bin, als wenn zwei helfende Hände mehr parat stehen.

Aber jetzt habe ich das Geheimnis entdeckt und ich werde dich einweihen. Vielleicht liegt es ja auch bei dir am morgendlichen Saboteur… (bitte hier Klaviergeklimper der Stummfilmgeneration einblenden)

Ein beliebiger Morgen allein

Ich wache zwischen 6.45 und 7:15 auf, denn das Baby ist wach. Ida lasse ich ich noch ein bisschen schlafen, denn so kann ich mich schon mal anziehen und auch Milou fertig machen. Wir wecken Ida auf und schnappen uns ihre Anziehsachen, die wir am Abend zuvor rausgelegt haben. Sie zieht sich schon allein an und braucht nur selten etwas Hilfe von mir. Währenddessen mache ich beiden Kindern Frühstück. Idas Mittagessen habe ich meist schon am Tag vorher fertig, denn in ihrem Kindergarten bringt jeder sein eigenes Mittagessen mit. Es folg das Zähneputzen, Haare kämmen und frisieren und los geht es zum Kindergarten.

Ein Morgen mit meinem Ehemann

Ich werde zwischen 6:45 und 7:15 wach, denn das Baby ist wach. Um meinem Mann und Ida noch etwas Schlaf zu gönnen, wechsle ich Milous Windeln und spiele mit ihr. Wir gehen Ida wecken und rütteln auch am Papa, damit er aufsteht. Während ich Ida nach unten locke, entdecke ich, dass mein Mann heimlich wieder zurück ins Bett gekrochen ist. Ida gesellt sich natürlich liebend gern zu ihm und kuschelt nochmal ausgiebig.

Ich will schon einmal in der Küche das Essen vorbereiten, doch muss ich feststellen, dass alles mit Geschirr voll steht. Also schnell die Maschine  ausräumen. Ups, die ist ja nur zu 2/3 voll und noch schmutzig. Wieso steht dann das ganze Geschirr noch draußen, wenn es doch reingepasst hätte? Die morgendliche Sabotage ist schon in vollem Gange.

Jetzt wird es langsam eng mit der Zeit, also treibe ich die zwei aus dem Bett und mein Mann bekommt die Aufgabe die Mädchen anzuziehen.

Kurze Zwischeninfo: Mein Mann arbeitet in einem wirklich schnelllebigen Geschäft, kann super antreiben, ist immer pünktlich und auf Trapp. Hier zu Hause ist es ihm nicht möglich einen Gedanken selbst zu tätigen und ich muss ihm alles Ansagen, was zu tun ist – er lebt ja erst seit ein paar Jahren mit uns zusammen! Und es könnte ja sein, dass etwas anderes als Anziehen,Kämmen, Zähneputzen und Essen machen zu tun ist. Zum dem verändert sich sein schnelles Arbeitstempo aus unerklärlichen Gründen den slow Motion Bewegungen eines Faultieres. Ehrlich gesagt, es macht mich WAHNSINNIG!

Mein Mann soll also lediglich beide Mädchen anziehen und Ida braucht auch bei ihm fast keine Hilfe.

Er geht an Milous Kleiderschrank und findet keinen Body. Nach 5 mal Fragen, wo denn einer sein könnte, gebe ich nach und suche schnell mit. Der Mann hat sich selbst sabotiert, denn ich finde einen in Idas Schrank. (Er hatte am Tag zuvor die fertige Wäsche weg „sortiert“)

Für mich geht es ab in die Küche und Milou braucht noch eine Strumpfhose.

5 Minuten später ruft mein Mann stolz „fertig“! Ich werfe einen kurzen Blick auf mein Kind und  weise ihn darauf hin, dass er ihr Idas Strumpfhose angezogen hat.

Ich erbarme mich und suche auch noch eine Strumpfhose. Es fehlen nur noch Rutschesocken. Der Mann sucht, fragt, sucht, fragt wieder, fragt nochmals, fragt, ob Rutschesocken wirklich nötig sind, findet sie dann tatsächlich, nachdem er schon 3 Mal über sie rüber gestiegen war, weil sie ganz offensichtlich im Flur lagen.

Ich kämme Ida und flechte ihr einen Zopf, während Milou eifersüchtig auf mir rum klettert. Wieso hängen eigentlich beide Kinder bei mir? Ach so, der Mann macht sich gerade Kaffee und schaut der Maschine beim Wasseraufwärmen zu.

Uns rennt die Zeit davon also übernehme ich jetzt das Schuhe und Jacke anziehen und der Mann soll die Dosen mit Essen in die Rücksäcke stecken.

Wir hetzen vollbepackt in den Kindergarten. Ida zieht sich allein aus und macht sich fertig, während ich ihren Rucksack nehme, der mir verdächtig leicht vorkommt. Ich schaue in den Rucksack und das Mittagessen fehlt…

Ein klassischer Fall des morgendlichen Saboteurs! Zum Glück konnte ich ihn lösen.

Ps: Und wer jetzt klugscheisserisch ankommt und sagt: „OH, dann lass deinen Mann doch das Frühstück machen!“, dem sei entgegen gesetzt: Ich habe es schon probiert! Leider gab er dem Baby, Äpfel als Frühstück mit und ihre Tagesmutter sagte mittags zu mir: „Ich habe ihr lieber etwas anderes zu frühstücken gegeben, denn es war mir doch ein wenig zu gefährlich, ihr die goßen Stücke mit Schale zu geben!“

Wie gern würde ich morgens einfach mal liegen bleiben...
Wie gern würde ich morgens einfach mal liegen bleiben…

Hast du auch so ein Exemplar bei dir zu Hause? Dann schreib mir bitte, damit ich weiß, dass mein Mann nicht der einzig planlose Mensch hier ist!

21 Comments

  1. Ist der Mann erst aus dem Haus, sieht der Tag gleich besser aus ????❤

    15. November 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      ?????

      15. November 2016
      |Reply
  2. Liridona
    Liridona

    Guten morgen meine liebe…Herrlich…einfach nur herrlich…
    Es gilt hier das selbe…ja er ist Einrichtungsleiter und hat drei große Einrichtungen zu führen und ca 100 Mitarbeiter. …jap…studiert…jap…aber dies doooooofen Windeln!!! Kannst du die nicht beschriften Liri! Woher weiß man wo vorne und hinten ist? ( zweites Kind ! )
    Nunja…jedes Kind hat sein eigenen Schrank …wem gehört das Liri? Und das hier? Sind das die Socken von**** ? Same Schrank
    Und meine große führt ihn auch noch liebend gern an der Nase herum?
    Nunja…am Wochenende haben wir für sowas Zeit…unter der Woche muss er nur sich selbst anziehen? da bleiben wir alle liegen bis er geht…das ist für alle am einfachsten ?aber hey…ich liebe ihn…und er sonst ein feiner?

    15. November 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      So ist es! Wir lieben sie ja trotzdem!

      15. November 2016
      |Reply
  3. Jasmin
    Jasmin

    ????
    Ich habe gerade Tränen gelacht! ?? Wäre nicht von Ida, Milou und dir die Rede gewesen hätte ich die Wohnung jetzt nach versteckten Kameras abgesucht. Das ist 1:1 mein Freund ?
    Gegen das Gesuche der Klamotten im Kleiderschrank des Kindes habe ich einen Tipp: klebe einfach einen Lageplan in die Schranktür. Hat hier super geholfen ?

    15. November 2016
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    • Katja
      Katja

      Das ist ja eine gute Idee! Das mache ich! Danke für den Tipp! Und schön, dass ich nicht die einzige bin, die sabotiert wird!

      15. November 2016
      |Reply
  4. Emil_und_mami
    Emil_und_mami

    Genau so und nicht anders. Manchmal denke ich mir ob ich ihm zu viel zumute, zu viel von ihm verlange. Er kennt ja den Alltag nicht so wie wir ihn tagtäglich erleben, aber dann kommen mir wieder die Gedanken das die meisten Abläufe einfach zu logisch sind um es dann so zu machen!!! Und ich kenn das nur zu gut. Dann macht Frau lieber alles geschwind allein, bevor Mann die ganze Zeit vertrödelt 😀

    15. November 2016
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    • Katja
      Katja

      Ganz genau! Aber so lernen die es ja auch nie! Es ist ein Teufelskreis ???

      15. November 2016
      |Reply
  5. Herrlich 😀 Ich habe die ganze Zeit über vor mich hin gekichert 😉
    Ich glaube, meine bessere Hälfte habe ich mittlerweile sehr gut erzogen! Im Kleiderschrank findet er sich mittlerweile (nach mehreren Einweisungen) bestens zurecht und zieht das Kind auch nicht mehr kunterbunt an!! (Meist lege ich aber schon abends raus, was er ihm anziehen soll…) Er steht sogar vor uns auf und macht Frühstück – das er am Abend zuvor vorbereitet hat. Ich bin nämlich ein ganz schrecklicher Morgenmuffel und brauche früh meine 10-15 Minuten, ansonsten bin ich keine erfreuliche Gesellschaft. Und so klappt es jeden Morgen, dass Sohnemann und ich sauber, satt und fertig angezogen um 7:10 Uhr das Haus verlassen.
    … und am WE mache ich das Frühstück, während er sich um den Kleinen kümmert.
    Ich kann mich also wirklich nicht beschweren 😉

    Liebste Grüße,
    Juli

    15. November 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Toll Juli! So stelle ich mir das vor! Und wenn du sagst, dass du ihn eingewiesen hast, dann besteht ja noch Hoffnung! ? Das Frühstück wird bei uns allerdings niemals von ihm gemacht werden, aber das anziehen würde mir schon reichen!
      Liebste Grüße
      Katja

      15. November 2016
      |Reply
  6. Du bist nicht allein! Das ist bei allem, was ein gewissen Zeitfenster hat hier ganz genauso. Es macht mich irre. Ich möchte ihn nicht missen, dennoch weiß ich, dass ich das mit drei Kindern auch komplett alleine organisiert kriege und auch fast immer mache. Alles andere ist zu stressig. 😀

    15. November 2016
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    • Katja
      Katja

      Oha! 3 ist ja nochmal ne Nummer anstrengender! Und das, wo etwas Hilfe doch so willkommen wäre ? Liebe Grüße
      Katja

      15. November 2016
      |Reply
  7. Sigi
    Sigi

    Ich habe auch schon festgestellt, dass wir zu zweit wesentlich länger brauchen und festgestellt, dass es an der Routine liegt, bei der jeder Handgriff auf den anderen abgestimmt ist. Fährt eine helfende Hand dazwischen, kommt alles durcheinander.
    Liebe Grüße von Sigi

    17. November 2016
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    • Katja
      Katja

      Das stimmt ?

      17. November 2016
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  8. Original das gleiche! Oder vielmehr: Während dem Frühstück und bevor die Kinder angezogen oder die Rücksäcke gepackt sind sagt mein Mann (an einem Tag, an dem ich mal ab morgens arbeiten darf und er ausnahmsweise mal helfen soll): „So, jetzt ist ja alles fertig. Ich geh dann jetzt zum Training.“

    17. November 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Jetzt musste ich soooo sooo sehr lachen! Die Männer sind echt witzig

      17. November 2016
      |Reply
  9. Sandra
    Sandra

    Ja, das ist bei uns ähnlich! Ich habe mittlerweile sowohl den Schrank von unserer Tochter als auch den von uns beschriftet. Allerdings schmeißt mein Exemplar seine Sachen auf der Suche auch mal auf den Boden – und lässt sie liegen. Spülmaschine einräumen? Eher bring ich es unserem Hund bei als ihm.
    Ich sehe es mittlerweile so: wenn er nen begehbaren Kleiderschrank will, ok. Ich hab ihm angeboten, die saubere Wäsche gleich in eine Ecke zu kippen… Meine räum ich ein und haue jeden, der da Wildschwein im Maisfeld spielen will…
    Gewaschen wird nur, was im Wäschekorb ist.
    Muss die Spülmaschine wieder für 3 Teile laufen (ungelogen), erklär ich es bei der nächsten Wasserrechnung. Da merkt er sich sowas eher. 😀

    Und ansonsten helfen nur Humor und ein dickes Fell.

    17. November 2016
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    • Katja
      Katja

      Oha…. ja manche Dinge sind einfach zu schwer zu ändern! Humor hilft auf jeden Fall ?

      17. November 2016
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  10. Silvi
    Silvi

    Oja das selbe bei mir daheim ich bin Viel schneller alleine. Ich verstehe es nur nicht wieso sie so umschwitschen wenn sie daheim sind und bei der arbeite 100% geben und hier daheim nur 20%. Aber ich sag ja immer das wir von zweil verschiedene Planeten kommen. Wir Frauen von Venus und Männer aus Mars.

    20. November 2016
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    • Katja
      Katja

      Da haste und bestimmt recht mit!

      20. November 2016
      |Reply

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