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Weihnachten mit Kindern – Wo feiern wir?

Posted in Muttergefühle

Die Blogparade zu der dieser Beitrag gehört, heisst eigentlich „Weihnachten mit Kind- so feiern wir“ (von Mom’s favorites and more). Für uns stellt sich seit Jahren nicht die Frage „wie?“ sondern vielmehr heisst es bei uns „Wo feiern wir?“ Denn das Wie bekommen wir irgendwie hin, nur um das Wo wird diskutiert und gestritten…

Bevor wir Kinder hatten

Seit mein Mann Teil meines Lebens ist, ist Weihnachten  jedes Jahr aufs neue ein Problemfall eine Herausforderung für mich. Ich liebe das Fest der Liebe und bei uns zu Hause wird es immer so richtig zelebriert. Weihnachten ohne bei meinen Eltern zu sein, konnte und kann ich mir nicht vorstellen, denn dort treffen sich auch meine Oma und meine Schwester mit ihren Kindern.

Ich liebe den Weihnachtsbaum, das Essen (jedes Jahr gibt es Streit, ob Kartoffelsalat und Würstchen ausreichen oder es doch ein wenig „festlicher“ sein sollte) und vor allem liebe ich den Heiligabend. Wenn wir abends endlich zu Weihnachtsliedern zusammen sitzen und jeder nacheinander seine Geschenke übergibt. Nacheinander, so dass wir besonders viel von der Bescherung haben. Es ist wahrscheinlich der schönste Abend des Jahres.

Seit besagter Mann da ist, geht es bei uns immer ums Aufteilen, ums Hetzen, ums in kürzester Zeit möglichst viel Zeit verbringen, denn seinetwegen wohnen wir nicht mehr in Hamburg, so wie unsere Familien, und seinetwegen entsteht auch der Stress. Es gibt Berufe, die machen auch vor Festtagen nicht halt und solch einen hat auch mein Mann erwischt. Wie bekomme ich nun Familienzeit mit meinem Mann und unseren zwei Familien in meist nicht mehr als 24 Std hinein? Irgendwie haben wir es immer hin bekommen.

Mit einem Kind und 200km Entfernung von Hamburg

Seit wir Eltern sind, sind wir bedächtiger geworden. Wir haben unsere aufgeteilte Zeit etwas entschleunigt, weil Ida auch etwas von Weihnachten haben soll. Es wurde gekürzt, verschoben und alles getan, damit wir nicht hin und her fahren mussten und das war auch ok so. Meist bin ich noch ein paar Tage länger in Hamburg geblieben und mein Mann fuhr allein zurück, so konnte ich die Weihnachtszeit noch mehr auskosten. Was Weihnachten mit einem Kind aber immer bedeutet, ist Verzicht und Kompromisse. Verzicht auf das Gänseessen mit meiner Familie, weil wir zur Familie meines Mannes fahren. Verzicht auf genug Zeit mit der Familie meines Mannes, weil wir mit Kind auch an der Bescherung mit Weihnachtsmann teilnehmen wollen (Hiermit wäre auch die Frage ob Weihnachtsmann oder Christkind für Euch geklärt!). Nach jedem erlebten Weihnachten denke ich seither:“Mann, war das kurz und stressig! Vielleicht müssen wir es nächstes Jahr anders machen!“ Und das anders wird auch immer gemacht, nur bin ich nie zufrieden, weil ich es nicht schaffe aus 24 Stunden 48 zu machen.

Mit 2 Kindern und 640km Entfernung

Letztes Jahr feierten wir das erste Mal zu viert. Den Heiligabend verbrachten wir zu viert, ganz ruhig und besinnlich. Am 25. fuhr der Mann uns zum Flughafen und ich flog mit 6 Wochen altem Baby und 3 Jähriger das erste mal allein. In Hamburg war es diesmal kompromissärmer, denn wir hatten ja schon fast die Hälfte von Weihnachten verpasst. Mit kleinem Baby war auch klar, dass alle, die uns sehen wollten, zu uns kommen mussten, und so tat es auch die Familie meines Mannes. Der Mann musste zu Hause arbeiten und hatte keine Zeit, so dass ich kein schlechtes Gewissen hatte, weil wir über die Feiertage weg waren. Wir verbrachten eine kurze aber intensive Zeit in Hamburg.

Weihnachten in diesem Jahr…

Weil der Arbeitsplan in diesem Jahr ganz ok ist, und ich Ende November schon in Hamburg war, erscheint es mir unglaublich stressig nach Hamburg zu fliegen. Mein Mann wird nicht viel Zeit haben, aber er wird jeden Abend zu Hause schlafen und auch das ist eine Seltenheit, die ich geniessen will. Milou ist mittlerweile 1 Jahr alt und will im Flugzeug beschäftigt werden. Wie passt da Hamburg hinein?

Die Frage ist leicht zu beantworten: Gar nicht! Das habe ich entschlossen.

Wir sind jetzt eine Familie. Wir schulden unseren Kindern ein entspanntes und unbeschwertes Weihnachten und da gehört auch der Papa dazu. Ich will nicht mit ihnen von Ort zu Ort hetzen, ich will, dass sie ihre Geschenke geniessen und Zeit mit uns haben, so wie ich jedes Jahr mit meiner Familie Zeit verbringen will. Ich will nicht im Auto oder Flugzeug sitzen und ein lautes „Ticktack“ hören, dass mir die Weihnachtszeit in den Händen zerrinnen lässt! Ich habe keine Lust schon wieder allein fliegen zu müssen, weil mein Mann nicht mitkommen kann.  Und genau deshalb habe ich entschieden, dass wir dieses Jahr zu Hause feiern.

Doch jetzt wo die Sache entschieden ist, überkommt mich eine riesige Melancholie (auch nur ein schöneres Wort für Traurigkeit). Seit ich im November in Hamburg war, bin ich traurig und unsicher mit dieser Entscheidung. Meine Oma ist dieses Jahr 80 geworden und was in 2017 passiert, steht noch in den Sternen. Wer weiß wie nächstes Jahr Weihnachten aussehen wird. Werde ich es zutiefst bereuen nicht nach Hamburg geflogen zu sein, „nur“ weil ich keine Lust auf den Flug hatte? Je mehr ich darüber nachdenke, desto unsicherer werde ich. Es ergreifen mich riesige Zweifel und ich könnte beim Gedanken daran allein zu feiern jetzt schon weinen. Ich liebe ein volles Haus, mit spielenden Kindern, und die Feiertage, an denen man nichts anderes macht als mit seinen Liebsten zu sein. Und das sind nun mal nicht nur mein Mann und meine Kinder. Ich sehe meine Oma viel zu selten, meine Eltern kommen auch zu kurz und auch meine Schwester und meine Neffen und Nichten hab ich nicht so viel um mich, wie es mir lieb wäre. Und nun wird Weihnachten sein und ich bin nicht bei ihnen. Sie werden an uns denken und anrufen und hoffentlich wird niemand aussprechen, wie traurig wir alle darüber sind, dass wir nicht dort sind. Ich könnte heulen.

Und dann passiert das Weihnachtswunder …

Genau an diesem Tiefpunkt. Genau dort holt mein Mann mich unwissentlich ab und bringt mir mein Weihnachtswunder. Wir buchen innerhalb weniger Stunden nach der Entscheidung doch nach Hamburg zu fahren, Flüge und sind heute morgen (am 24.12) auf dem Weg zu meiner Familie. Als Überraschung. Zeitlich wie immer knapp (mein Mann wird nur knapp 28 Stunden in Hamburg sein) aber der Seele tut es trotzdem so gut, dass ich noch Tage nachdem wir gebucht haben, weinen muss, weil ich es so schön finde. Der Kopf hatte entschieden, aber das Herz hatte lauter gebrüllt …

Frohe Weihnachten Ihr Lieben! Genießt die Tage mit der Familie, auch wenn sie euch nervt oder in den Wahnsinn treibt! Wir wissen nie, was im nächsten Jahr sein wird! Man muss die Feste feiern, wie sie fallen und genau das machen wir jetzt!

Fröhliche Weihnachten!

Selbst der Flughafen in Stuttgart sieht weihnachtlich aus! We are driving (ok flying) home for Christmas

PS: Ob die Überraschung gelingt erfährst du sicherlich morgen im Wochenende in Bildern!

5 Comments

  1. Christine
    Christine

    Liebe Katja,

    ich liege hier zuhause noch im unserem Bett und lese deinen Beitrag…mir kullern gerade die Tränen über das Gesicht 🙁

    Es ist schön zu wissen, dass ihr glücklich auf dem Weg nach Hamburg seit.
    Wir wünschen euch eine schöne Weihnachtszeit. Genießt sie.

    Und ein Dankeschön an Martin, dass er dein Herz wieder zum Lachen gebracht hat.

    Lasst euch ganz doll in Gedanken drücken!!!! 🙂

    Ganz liebe Grüße

    Tine

    24. Dezember 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Danke meine Liebe! Ich bin auch mehr als glücklich! Sie gerade gelandet und machen uns auf den Weg zur Überraschung

      24. Dezember 2016
      |Reply
  2. Jasmin
    Jasmin

    Liebe Katja,
    auch wenn ich nicht so der Weihnachtsmensch bin sind auch mir gerade ein paar Tränen gekullert. Ich freue mich für euch, dass ihr nun doch mit der ganzen Familie feiern könnt, wenn auch „nur“ für 28 Stunden.
    Ich wünsche euch ganz tolle Feiertage.
    Jasmin

    24. Dezember 2016
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Ach, wie lieb! Ich wünsche Euch auch frohe Weihnachten!!!

      24. Dezember 2016
      |Reply
  3. Oh Katja, wie schön, dass ihr doch alle gemeinsam geflogen seid! Niemand weiß mehr, wie du dich fühlst, so weit entfernt von der Familie. Habt ein paar schöne Stunden gemeinsam!

    24. Dezember 2016
    |Reply

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