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Vatertagsspecial – 5 Papablogger über das Vatersein

Posted in Gastbeiträge

Väter – Früher durften sie noch nicht mal in den Kreißsaal, heute gehen sie mit zum Geburtsvorbereitungskurs, setzen sich mit der Erziehung des Nachwuchses auseinander und nehmen sogar ihre Elternzeit in Anspruch.

Von der älteren Generation der Männer werden sie oft für all das belächelt; wir Frauen missbrauchen sie mindestens während des ersten Jahres als Blitzableiter für unseren Schlafentzug.

Eins steht fest, die neue Generation von Vätern hat es nicht leicht und definiert ihre eigene Rolle gerade neu. Zeit, mal genau hinzuhören, was sie zu sagen haben.

Im letzten Jahr stellte ich ein paar inspirierenden Müttern Fragen über das Muttersein. Heute freue ich mich ganz besonders, dass ich mindestens  genauso inspirierende Väter gefunden habe um ihnen (fast) die selben Fragen zu stellen:

Thomas (37) aus Berlin ist Vater von Carlotta (17 Monate) und  bloggt auf New Dads on the Blog

Beschreibe das Papasein in 3 Worten: 

Best Thing Ever

Wann hast du das erste mal gemerkt, dass du ein Papa bist?

Von der Schwangerschaft erfahren habe ich in einem Meeting, meine Frau hatte mir ein Selfie  mit dem positiven Schwangerschaftstest geschickt, ich konnte unser Glück kaum fassen. Realisiert, dass ich jetzt so wirklich Papa bin, habe ich allerdings erst mit der Geburt unseres kleinen Roommates, auf einmal war Carlotta da und die Gefühle einfach unbeschreiblich.

Wie hat dich das Vatersein verändert?

Seit der Geburt meiner Tochter setze ich meine Prioritäten neu und sehe die Welt mit etwas anderen Augen. Das hört sich jetzt sicher etwas pathetisch an, doch auf einmal geht es nicht mehr nur um einen selbst, sondern man hat die Verantwortung für ein neues Leben und trägt diese bedingungslose Liebe in sich. Die macht es einem dann zum Glück auch leichter, bei dem einen oder anderen Hobby zurückzustecken. 

Gleichzeitig ist da aber auch jemand, der einem zeigt, sich wieder an den kleinen Dingen dieser Welt zu freuen, sei es der vorbeilaufende Wauwau oder die auf dem Boden liegenden Blätter im Herbst. Außerdem glaube ich, durch die Geburt von Carlotta, geduldiger geworden zu sein, was mir nicht nur in meinem ‚Job‘ als Vater hilft.

Dein allerschönster Papamoment: 

Oh man, das ist schwer, da gibt es so viele und täglich kommen neue hinzu. Rückblickend war es aber sicher das erste Mal, als Carlotta Papa sagend auf mich zukam und umarmt hat, da schmilzt selbst der härteste Kerl dahin 😉

Was ist die eine Sache, die du deinem Kind beibringen/mitgeben möchtest?

Auch hier gibt es so viele, wenn ich mich aber auf eine Sache beschränken muss, dann immer man selbst zu sein und sich so zu akzeptieren wie man ist.

Welchen Rat gibst du einem Neu-Papa?

Sei für dein Kind da und nutze die Chance auf Elternzeit.

Was können wir Mütter uns von Euch Vätern abschauen?

Wo soll ich da anfangen… nein, Spaß bei Seite, ich denke das ist eine ganz individuelle Thematik, da jeder seine Stärken und Schwächen hat.

Bo (33) aus Dresden ist Vater von Minou (19 Monate) und bloggt zusammen mit Thomas auf New Dads on the Blog.

Beschreibe das Papasein in 3 Worten:

Liebe, Entdecken, Spaß

Wann hast du das erste Mal gemerkt, dass du ein Papa bist?

Als ich meine Mitgliedschaft im Golfclub gekündigt habe. Nicht, weil mir die Zeit dafür fehlt, sondern weil ich viel mehr Interesse daran habe, Zeit mit Minou zu verbringen anstatt an meinem Handicap zu arbeiten.

Wie hat dich das Vatersein verändert?

Das Vatersein hat mich schon verändert, ich habe weniger Me-time, die ich aber auch nicht wirklich vermisse. Ich lechze einfach danach, möglichst viel Zeit mit meiner Tochter und meiner Frau als Familie zu verbringen, entweder im Alltag oder auf Reisen.

Dein allerschönster Papamoment:

Mein allerschönster PapaMoment war sicherlich die Geburt, denn da wurde die ganze Sache so richtig real. Die Gefühle überkamen mich und es war ein so eindrucksvoller Moment.

Was ist die eine Sache, die du deinem Kind beibringen/mitgeben möchtest?

Ich möchte, dass mein Kind sich bewusst ist, dass sie alles machen kann, was sie möchte und ihr Spaß macht. Für mich ist die Hauptsache, dass sie glücklich ist. Ich glaube, dass wir die einfachen, selbstverständlichen Dinge oft nicht als Glück erkennen, auch wenn sie es sind.

Welchen Rat gibst du einem Neu-Papa?

Ich bin kein großer Fan davon, anderen Leuten Ratschläge zu geben. Vielmehr kann ich nur erzählen, wie unser Weg ist und jeder muss dann für sich selbst entscheiden, ob dieser Weg etwas für ihn ist oder eben nicht. Ich bin einfach auf keinem Weg,

auf dem ich missionieren will. Wenn mich jemand fragt, was für mich essentiell war, dann kann ich einfach nur antworten: Blende (oft gut gemeinte) Ratschläge aus, hör auf dich, deine Partnerin und dein Kind und ihr werdet euren Weg finden.

Was können wir Mütter uns von Euch Vätern abschauen?

Ich glaube, diese Frage kann man in beide Richtungen stellen;-). Ich denke, es geht auch nicht darum, dass eine Mutter oder ein Vater eine Sache besser als der andere macht, sondern

muss man sich eingestehen, dass diese Zeit eine Teamarbeit ist. Wenn beide einen Weg gemeinsam beschreiten, ist es einfacher für alle.

Da ist es auch ganz normal, dass in gewissen Situationen der Vater oder halt die Mutter mal die Richtung vorgibt. Wenn aber ein Elternteil immer denkt, meiner ist der Königsweg, wird es sicherlich mit der Zeit zu Reibereien kommen. Doch wie sagt man so schön, viele Wege führen nach Rom. Väter machen Dinge eventuell anders als Mütter, das bedeutet aber keineswegs schlechter, halt nur anders.

Matthias  alias Daddy Co.ol (41) kommt aus Magdeburg und ist Vater von seinen zwei Söhnen Nr. 1 (4) und Nr. 2 (15 Monate)

Beschreibe das Papasein in 3 Worten:

 #leben #lieben #MACHEN

Wann hast du das erste mal gemerkt, dass du ein Papa bist?

Nachdem ich, kaiserschnittbedingt, zunächst für eineinhalb stunden die Mama war, die Mama dann endlich zum Kind durfte, war für mich die Welt wieder in Ordnung und ich durfte Papa sein.

Wie hat dich das Vatersein verändert?

Man ist verantwortungsvoller. Mit dem Konstrukt Familie und auch mit sich selbst. Man nimmt sich selbst, seine eigenen Bedürfnisse mehr zurück (oftmals wohl auch zu sehr). Dabei eine gesunde Balance zu finden, ist eine der größten Aufgaben.

Dein allerschönster Papamoment:

Natürlich ist die erste persönliche Begegnung mit dem Menschen, den man nur von – ihn zumeist eher unförmig aussehend lassenden – Ultraschallfotos kennt, eine magische („oh nein, lass ihn bitte in echt süßer aussehen“ – und ja, das war er dann auch, zum Glück). Ansonsten gab es bislang so viele so unfassbar schöne Momente, dass ich mich nicht in der Lage fühle, ein Ranking vorzunehmen.

Was ist die eine Sache, die du deinem Kind beibringen/mitgeben möchtest?

 … dass sie immer sie selbst sein sollen. Außer, sie können Batman sein. dann sollen sie Batman sein.

Nein, Spaß beiseite. Wenn wir dazu beitragen können, dass sie zu selbstbewussten, emphatischen, liebenden Menschen heranwachsen, dann haben sie alle Grundlagen, die sie für ein erfülltes Leben brauchen werden.

Welchen Rat gibst du einem Neu-Papa?

 … dass nicht SIE feststellen werden, ob sie ein guter Vater sind. Das machen ihre Partnerinnen und – selbstredend – ihre Kinder. Sie haben es in der Hand, (nur) ein Erzeuger zu sein, oder eben ein Vater.

Was können wir Mütter uns von Euch Vätern abschauen?

 Im besten Fall (und natürlich weiß ich, dass es den nunmal nicht immer gibt) leben Papa, Mama und Kind(er) auch zusammen. Dann braucht sich auch keiner etwas von dem anderen abzuschauen. Denn gerade die Mischung aus den Vorzügen (und, klar, auch den Nachteilen) beider Elternteile trägt, meines Erachtens nach, zu einer gesamtheitlichen Entwicklung bei. Guckt sich einer etwas ab (was ja nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass es etwas gutes ist) so bricht einer dieser – möglicherweise sogar ganz wichtigen – Bausteine weg. Wenn das Verhältnis aus den Auffassungen und Vorgehensweisen beider Elternteile ein ausgewogenes ist, dann kann, so denke ich, kaum mehr etwas schief gehen.

Andreas (38) aus Münster ist Vater von Leopold & Florentine (9&7) und bloggt auf Papa Online

Beschreibe das Papasein in 3 Worten: 

Meine größte Aufgabe 

Wann hast du das erste mal gemerkt, dass du ein Papa bist? 

Vater zu werden hat für mich vieles verändert. Als ich meinen Sohn und meine Frau aus dem Krankenhaus  abgeholt habe, erinnere ich mich noch gut, wie ich ihn in seinem Maxi Cosi hinten angeschnallt habe. Die Fahrt war ein Eiertanz. Ich bin unglaublich vorsichtig gefahren. Für den Weg vom Krankenhaus nach Hause haben wir doppelt so lange gebraucht, wie üblich. Auf einmal hatte ich Verantwortung für einen Menschen. Das war der Moment, der mir klar gemacht hat, dass jetzt alles anders ist. 

Wie hat dich das Vatersein verändert? 

Das Vatersein hat meine Weltsicht auf den Kopf gestellt. Meine Prioritäten haben sich komplett verändert. Waren vorher materielle Dinge für mich wichtig haben mir meine Kinder gezeigt, dass ganz andere Werte zählen. 

Dein allerschönster Papamoment: 

Ich erlebe jeden Tag schöne Papamomente und den schönsten Moment heraus zu picken fällt mir ehrlich gesagt schwer. Ich finde es toll, wenn wir als Familie Zeit mit einander verbringen. Ich merke  immer, wie es meine Kinder glücklich macht, wenn wir alle zusammen sind. Das sind die tollsten Momente. 

Was ist die eine Sache, die du deinem Kind beibringen/mitgeben möchtest?

Ich habe ein großes Ziel. Ich möchte das meine Kinder glückliche Menschen werden, die Ihren Platz gefunden haben. Vater zu sein ist meine Chance, wie ich diese Welt ein kleines bisschen besser machen kann. Daher versuche ich den Kindern Werte zu vermitteln, an die ich glaube und sie darin zu bestärken sie selbst zu sein. 

Welchen Rat gibst du einem Neu-Papa? 

Die Zeitschriften und Websites sind voll von praktischen Tipps, wie Väter dieses oder jenes tun sollen. Was dabei oft vergessen wird ist es, das Vatersein einfach zu genießen. Es ist das Tollste, das mir je passiert ist und in dem Alltagstrott, in dem wir von To-Do zu To-Do hetzen, vergessen wir oft einfach mal anzuhalten und zu genießen. Das wäre mein Rat, denn dadurch wird man zu einem besseren Papa. 

Was können wir Mütter uns von Euch Vätern abschauen? 

Nichts. 

Ich finde nämlich, dass weder Mütter sich von Vätern etwas abschauen sollten noch umgekehrt. Was Kinder brauchen sind Unterschiede. Wenn wir uns immer von einander Dinge abschauen und ich beispielsweise Dinge so machen würde, wie meine Frau sie macht, wäre ich nur eine Mama-Kopie. Ich bin aber viel lieber ein Papa-Original. 

 

Kevin (28) aus Frankfurt ist Vater von Timmy (5) und bloggt auf Papapi

Beschreibe das Papasein in 3 Worten:

Bedingungslos, Liebe, Wahnsinn

Wann hast du das erste mal gemerkt, dass du ein Papa bist?

Schwer zu sagen. Das erste Foto war schon aufregend. Doch jetzt habe ich es. Als Timmy sich von Papa im Sandkasten hat helfen lassen und hinterher neben sich auf den Holzrahmen klopfte und auf meinen Mann zeigte. Das war unsere allererste Begegnung im Kinderheim. Da merkte ich das ich diesem kleinen Wurm alles geben möchte.

Wie hat dich das Vatersein verändert?

Ich komme nicht mehr an erster Stelle. Es gibt doch diese leckeren Eishörnchen. Die haben unten in dem letzten Stück feste Schokolade. Darauf habe ich mich immer am meisten gefreut. Beim Eisessen.

Jetzt bekommt es Timmy. Immer. Nicht weil ich ihn verwöhne. Sondern weil ich mich daran erinnert habe, wie wundervoll dieses Gefühl als Kind war, von den Eltern das „goldene Stück“ zu bekommen. Ich war wichtig und bedeutete meinen Eltern alles. Das soll Timmy auch spüren.

Dein allerschönster Papamoment:

Als Timmy uns das erste Mal seine Eltern nannte. Er schaute uns an, drückte unsere Köpfe aneinander und sagte: Ihr meine Eltern seid.

Was ist die eine Sache, die du deinem Kind beibringen/mitgeben möchtest?

Respekt und Toleranz. Jeder Mensch ist anders. Wenn mein Sohn versteht das Menschen anders denken und handeln und trotzdem alle gleich sind. Dann bin ich stolz.

Welchen Rat gibst du einem Neu-Papa?

Geduld. Manche Sachen muss man aushalten. Da geht kein Weg vorbei. Und ich als schwuler Papa kann noch sagen, das nicht wir die Elternrollen festlegen, sondern unsere Kinder. Timmy hat für sich beschlossen, da ich immer da bin, mich wie eine „Mama“ zu behandeln. Nutzt dieses Wissen. So wie ihr euch euren Kinder gegenüber fühlt und fühlen lasst. So werden sich euch auch sehen und behandeln.

Was können wir Mütter uns von Euch Vätern abschauen?

Alles. So wie die Papis von den Mamis. Wir sind alle anders und haben unterschiedliche Ideen. Hört euren Partner. Und Euer Kind. Reflektiert und erzieht gemeinsam. Das ist so wichtig und wertvoll.

Thomas, Bo, Matthias, Andreas und Kevin, von Herzen Danke ich Euch für Eure wunderbaren Antworten, von denen mir viele seit dem ersten Lesen nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Ich wünsche Euch einen schönen Vatertag und möchte heute mit einem kleinen Zitat enden, dem ich nichts mehr hinzuzufügen habe:

„Ach Mutter! Von Herzen dank‘ ich dir für meinen Vater.“ – William Shakesspear

Einen Kommentar

  1. […] während Smarti und ich ein richtig schönes Frühstück gemacht haben. Das wars. Naja, fast. Bei mamatized gab es zu diesem Anlass einen tollen Beitrag über das Vatersein. Dazu hat sie 5 Väter (und Schreiberlingen von Väterblogs) interviewt. Etwas Lesezeit war für den […]

    2. Juni 2017
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