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5 Tipps, wie du dein Kind gut durch die Grundschulzeit begleitest

Posted in Gastbeiträge

Ihr Lieben,

heute soll es hier um Schule gehen, hat die Katja gesagt und weil Ida und Milou noch nicht in die Schule gehen, darf ich euch heute über meine Erfahrungen berichten. Ich bin Sylvi, 33, und blogge auf Mom’s favorites and more  über unser Leben mit zwei willensstarken Mädels (5 und 10 Jahre) in Leipzig, sowie über meine beiden Leidenschaften: Bücher und Kochen. Aber ich lasse mich ungern in eine Schublade pressen, weshalb mein Blog so vielseitig ist, wie ich selbst.

Mit der Schule bin ich eigentlich auf dreierlei Wegen verbunden. Ich bin selbst 13 Jahre hingegangen 😉, habe Lehramt für Gymnasien studiert und meine Große hat die Grundschulzeit gerade abgeschlossen und damit stehen wir nun erneut vor einer aufregenden Veränderung: die weiterführende Schule wird sicher noch einmal neue Herausforderungen für uns bereithalten.

Wie ich mein Kind gut durch die Grundschulzeit begleite, habe ich diesen Beitrag genannt und ich glaube man kann Eltern, die das erste Mal ein Kind in dieser Lebensphase begleiten, tatsächlich ein paar Tipps geben, um die Zeit möglichst stressfrei und für Eltern und Kinder gleichermaßen zufriedenstellend zu überstehen.

1. Abschied nehmen

Als meine Große eingeschult wurde, rollten bei mir die Tränen. Was für sie ein absolut schönes Erlebnis war, war für mich auch irgendwie ein Abschied – der Abschied vom Kleinkind. Ein neuer Lebensabschnitt begann nicht nur für sie, sondern für uns alle. Wenn ich mir jetzt manchmal die Bilder ihrer Einschulungsfeier anschaue, frage ich mich oft, wo denn nur die Zeit geblieben ist. In einem Jahr werden wir auch mit unserer zweiten Tochter in das Abenteuer Grundschulzeit starten. Ich bin nicht mehr so aufgeregt, wie ich es damals war, denn ich habe meine Erfahrungen gemacht, aber dennoch wird es wieder ein Abschied sein und Tränen sind vermutlich unvermeidbar. Ich denke dieses Abschiednehmen ist unglaublich wichtig. Sich bewusst werden, dass nicht nur für das Kind ein neuer Lebensabschnitt beginnt, sondern auch die eigene Rolle als Eltern sich noch einmal verändert.

2. Loslassen

Sinnbildlich kann sicher jeder von euch etwas mit den sogenannten „Helikopter-Eltern“ verbinden. Mir sind in diesen vier Jahren einige von ihnen begegnet und daher halte ich es für sehr wichtig, dass wir Eltern lernen loszulassen. Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen können sich nur entwickeln, wenn wir als Eltern lernen uns auch mal zurückzunehmen. Nein, man muss nicht ständig, wegen jeder Kleinigkeit ein Gespräch mit dem Lehrer suchen. Und nein, man muss sein Kind nicht jeden Morgen beim Lehrer persönlich abliefern, um dabei noch schnell im Tür- und Angel-Gespräch über die letzte Mathearbeit zu plaudern. Nach einigen Wochen schaffen es die allermeisten Kinder wirklich sehr gut alleine die kurze Strecke zwischen Schultor und Klassenzimmer eigenständig zurückzulegen und finden es sogar toll, wenn ihr ihnen das zutraut. Es gibt aber tatsächlich Eltern, die auch in der vierten Klasse ihr Kind noch jeden Morgen bis ins Klassenzimmer bringen…

3. Selbständigkeit üben

Im Rückblick auf die letzten vier Jahre kann ich euch sagen: Ja, ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Ich hätte zum Beispiel schon viel früher damit anfangen sollen, dass meine Große ihre Hausaufgaben alleine macht. Ich habe ihr nichts vorgerechnet oder so, aber ich saß neben ihr, falls sie Fragen hatte. Das führte dann irgendwann dazu das sie es quasi voraussetzte, dass ich mich daneben setze. Hatte ich dazu keine Zeit, unsere kleine Tochter war damals noch nicht mal zwei, gab es schnell großes Theater. Gerade, wenn ich dann Fehler fand und sie bat die Aufgabe noch einmal neu zu machen. Also ich kann euch nur raten, fangt früh damit an das eure Kinder ihre Hausaufgaben, als ihren Verantwortungsbereich, selbständig übernehmen. Gerade am Anfang der ersten Klasse empfand ich es allerdings als richtig bei den Hausaufgaben dabei zu sein. Es ging mir nicht darum zu schauen, ob sie alles richtig macht, sondern darum, dass sie lernt ihre Aufgaben in einer angemessenen Arbeitsatmosphäre strukturiert anzugehen. Das klingt für uns als Erwachsene ganz leicht. Für Kinder ist es das aber nicht.

  • Schau in dein Hausaufgabenheft, was du aufhast.
  • Hol nur das aus dem Ranzen, was du für die Hausaufgaben benötigst
  • Schreibe Datum, Seitenzahl, Aufgabe hin
  • Benutze zum Unterstreichen ein Lineal.
  • Streiche etwas durch, wenn du es falsch gemacht hast und schreibe es noch einmal ordentlich daneben.

Das sind so Kleinigkeiten, die in der ersten Klasse erstmal eingeübt werden müssen und dafür fand ich es wiederum gut in den ersten Wochen an ihrer Seite zu sein.

4. Den Unterrichtsstoff sowie den Leistungsstand des Kindes im Blick behalten

Über die Frage, warum Schule in den Verantwortungsbereich der Länder fällt und, ob unser Schulsystem reformierungsbedürftig ist, könnte ich sicher mehrere Beiträge schreiben. Man muss jedoch die Situation zunächst mal so nehmen, wie sie ist. In unserem Schulsystem wird schnell selektiert. In den allermeisten Bundesländern wird die Entscheidung über den zukünftigen Bildungsweg bereits in der vierten Klasse getroffen. Auch wenn man als Elternteil eines Erstklässlers meint, dass sei ja noch so weit weg, kann ich euch sagen: Es geht schneller als ihr denkt. Ich habe einige Eltern erlebt, die immer alles laufenlassen haben und dann plötzlich mit Beginn der vierten Klasse die Kinder unter Druck setzten, damit sie ja eine Gymnasialempfehlung bekommen. Das muss nicht sein, wenn man immer wieder abgleicht, ob das eigene Kind den Unterrichtsstoff beherrscht. Meist funktioniert das super im Alltag, ohne dass die Kinder es wirklich merken:

  • Kannst du mir mal schnell drei Eier geben? (Menge)
  • Wie spät ist es? (Uhrzeit)
  • Ich habe hier grad zu tun. Kannst du dir die 2,60€ für den Theaterbesuch selbst aus meiner Geldbörse nehmen? (Rechnen mit Geld)
  • Wir brauchen wieder Nudeln. Schreibst du es auf den Einkaufszettel? (Rechtschreibung)
  • Möchtest du heute deiner Schwester die Gute-Nacht-Geschichte vorlesen? (Lesekompetenz)
  • Eine Pizza kostet 5,50€. Ihr habt drei bestellt. Lasst das Kind bezahlen und das Wechselgeld überprüfen. (Addition bzw. Multiplikation + Subtraktion)
  • Kannst du das Kuchenstück dritteln? Ein ganzes ist mir zu viel. (Bruchrechnung)

5. Das Lernen lernen

Ein Thema, das uns immer noch beschäftigt und sicher auch die ersten Jahre im Gymnasium von Bedeutung sein wird. Die Grundlagen können und sollten jedoch bereits in der Grundschule gelegt werden. In dieses Thema fällt so vieles mit rein und es ist ziemlich komplex. Von sauberer Heftführung bis hin zu der Frage, was könnte der Lehrer in der Klassenarbeit wissen wollen? Zu verstehen, dass es in den allermeisten Fällen nicht ausreicht sich einmal am Abend vorher den Hefter durchzulesen und das wir als Eltern auch nicht die Rolle eines zweiten Lehrers zu Hause übernehmen können. Eigenständigkeit zu lernen, heißt auch, dass man aus seinen eigenen Fehlern lernen kann. Eine schlechte Note hat möglicherweise auch mal einen positiven Effekt und sorgt dafür, dass sich das Kind, gemeinsam mit euch, fragt, wie es sich besser auf eine Klassenarbeit vorbereiten kann. Hier möchte ich keine allgemeinen Tipps geben, denn es gibt einfach unterschiedliche Lerntypen. Ob visuell, auditiv, motorisch oder kommunikativ – bei der Frage, wie euer Kind am besten lernt, solltet ihr dies in jedem Fall berücksichtigen. Ich zum Beispiel wusste früher ganz genau auf welcher Seite und in welcher Zeile eine bestimmte Vokabel stand. Die Bedeutung hingegen wusste ich mitunter nicht mehr. Versucht allerdings nicht die Art und Weise, wie ihr am besten lernen konntet auf euer Kind zu übertragen. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Meine Tochter lernt beispielsweise ganz anders als ich es früher getan habe.

Ich hoffe, dass meine Tipps hilfreich für euch sind und würde mich über euer Feedback sehr freuen. Gerne auch von Eltern, die bereits Schulkinder haben. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und habt ihr noch weitere Tipps? Schreibt mir doch hier bei Katja einfach in den Kommentaren…

Eure

Sylvi

Liebe Sylvi,

ich danke dir vielmals für diesen tollen Beitrag. Obwohl Ida zum Glück noch ein bisschen Zeit bis zur Schule bleibt, habe ich deine Tipps total gerne gelesen und ich bin sicher, dass ich damit nicht allein bin!

Deine Katja

Und für alle die sich den Artikel gern auf Pinterest merken wollen.

PS: Hier ist Mamatized udn hier Mom’s favorites and more auf Pinterest.

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