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Mein Mann, seine Karriere und ich #Blogparade

Posted in Muttergefühle

Ich wollte nie ein Heimchen sein. Nie so werden, wie die Mutter einer Schulfreundin, die nach 10 Jahren Pause wegen ihrer Scheidung zurück in den Job kehrt und auf einmal merkt, dass sie komplett raus ist. Ich wollte niemals abhängig sein und schon gar nicht von einem Mann. Mein emanzipiertes Ich zog los und wollte so viel und hoch wie möglich.

Als ich dann endlich mit der Uni fertig war, da hatte mein Leben einen ganz klaren Sinn: Karriere machen und endlich viel Geld verdienen. Das einzige, das mir im Weg stand, war das geringe Maß an Berufserfahrung, aber das ist zum Glück eine Sache, die die Zeit ganz von allein mit sich bringt.

Diese Erfüllung, wenn du einen richtig großen Auftrag für deine Firma gewinnst, oder einen Kunden die zeitkritische Ware doch früher liefern kannst, um ihn aus der Not zu helfen, dafür habe ich gelebt. Ich hatte einen Job mit Verantwortung und einer absoluten Top Perspektive zu einer traumhaften Karriere.

Und dann trat mein Mann in mein Leben. Mit seinem Job. Und seiner Karriere. Und ganz plötzlich war klar, dass es mit uns nicht funktionieren würde, wenn wir beide unsere Jobs behalten. Ich zog den kürzeren, denn mein Mann kann seinen Beruf nur an bestimmten Orten ausüben: Sein Arbeitsmarkt ist klein und spezifisch; meiner riesig und flexibel.

Na gut, dann finde ich halt was anderes. Und schon zogen wir zusammen in eine andere Stadt. Ich fand einen Job, den ich mochte. Zwar mit etwas weniger traumhaften Aussichten, aber schon damals war klar, hier bleiben wir nicht für immer. Der neue Karriere-Plan bestand darin mich einfach mit jedem Ortswechsel zu steigern.

Bis dahin war noch alles in Ordnung in der Karrierelaufbahn.

Manchmal frage ich mich, wie bin ich eigentlich hier herein geraten? In diesen Heimchen-am-Herd-Strudel. Und wieso fühlt sich das alles so verdammt gut an und nicht so, wie mein emanzipiertes  Ich es betrachtet hat?

Vielleicht beginnt alles mit Ida. Mit ihrer Geburt habe ich auf einmal eine ganz andere Art von Erfüllung erfahren. Ihr eine gute Mutter zu sein, dass ist eine der größten Herausforderungen, die ich täglich habe. Manchmal erfülle ich sie gut und manchmal nicht, aber NIEMALS möchte ich, dass diese Aufgabe aufhört. Ich will ihr eine schöne Kindheit schenken und möchte mit ihr möglichst viel Zeit verbringen. Genauso wie mit Milou auch.

Und schon reicht mir eine Aufgabe, die ich ganz allein für mich hab – wie dieser Blog. Ich schaffe etwas eigenes, das mich mal weg vom Kind kommen lässt. Trotzdem kann ich jeden Nachmittag zurück in mein Familienleben.

Das Gute an der Karriere meines Mannes ist, dass sie mir eben diese Zeit mit meinen Kindern ermöglichen kann. Und auch wenn ich manchmal neidisch bin, dass er, scheinbar ganz ohne Rückschläge, seiner Karriere nachgehen kann und eine Stufe nach der nächsten erklimmt, möchte ich nicht tauschen.

Die finanzielle Verantwortung für eine 4 Köpfige Familie zu tragen, immer sein Bestes geben zu müssen, damit die Zukunft gesichert ist und es uns an nichts fehlt, das ist der „Preis“, den mein Mann für unsere Familie zahlt. Noch nie hat er sich beklagt. Nein, er hat es noch nichtmal erwähnt und dennoch sehe ich den Druck nicht nur seinem Job, sondern auch uns gerecht zu werden.

Und so sind unsere beiden Seiten vielleicht nicht perfekt, aber genau passend für uns und unser Leben.

Ich bin unheimlich stolz auf meinen Mann und auf seine Karriere. Wahrscheinlich hätte ich mich ohne seine Zielstrebigkeit gar nicht Hals über Kopf in ihn verliebt. Und ich weiß, dass er ganz genau sieht, was ich für ihn aufgebe und mich ebenfalls, so gut es geht, in meiner Berufslaufbahn unterstützt.

Sehne ich mich nach einer eigenen Karriere? Vielleicht ja, aber bestimmt nicht um jeden Preis.

Ist das nun die totale Selbstaufgabe? Es fühlt sich nicht so an. Mein Leben gefällt mir so, wie es ist. Der Erfolg meines Mannes fühlt sich an, als wäre es auch ein bisschen meiner, denn ich tue gerade mein Bestes ihn zu unterstützen. Wer weiß wie es in 10 Jahren aussehen wird? Vielleicht tritt er dann einen Schritt zurück und ich kann mich beruflich entfalten. Vielleicht finde ich auch noch diese „Aufgabe“, die nicht an unseren Wohnort gebunden ist und mich erfüllt. Doch erstmal sind meine Mädchen noch klein. Sie entwickeln sich fantastisch – und ich habe das große Glück ihnen dabei zusehen zu können.

Und wo wir schon mal beim Thema sind, es gibt da etwas, das ich Euch sagen muss:

Mein Mann hat gerade wieder eine neue Stufe erklommen, die unser Leben (wieder einmal) komplett durcheinander bringen wird:

Wir werden umziehen. Auswandern. Nach Amerika. Salt Lake City, um genau zu sein. Und ich freue mich darauf. Unser Horizont erweitert sich. Meine Mädchen bekommen die Chance einfach so eine weitere Sprache zu lernen.

Für meine Karriere bedeutet es wieder zwei Jahre Stillstand; für meine Familie bedeutet es: Ich kann mich um sie kümmern, habe Zeit alles zu verarbeiten und vor allem Zeit auch meinen Kindern beim verarbeiten zu helfen.

Es gibt noch unheimlich viel zu klären und zu organisieren. Aber eins  kann ich Euch verraten: Ein riesiges Abenteuer steht uns bevor. Nicht zuletzt wegen der Karriere meines Mannes.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der unglaublich passenden Blogparade „Mein Mann, seine Karriere und ich“ von Bejewly teil.

Zu Hause ist, da wo ihr seid! Wir sind schon mitten im Umzug, deshalb war es hier so still.

Na, seid Ihr geschockt? Habt ihr Fragen? Wenn ja, raus damit! Ich werde ab jetzt regelmäßig Updates zum Thema Umzug schreiben. Wenn euch etwas besonders interessiert, kann ich es mit einbauen.

20 Comments

  1. Wow! Na dann alles, alles Gute für Eure Zeit im Ausland! Und schön zu lesen, dass Du Dich trotz Deines beruflichen Rücktritts wohl fühlst mit Deinen Aufgaben! Viele Grüße! Claudia

    20. Juli 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Vielen lieben Dank, Claudia !

      20. Juli 2017
      |Reply
  2. Liebe Katja,
    kenne das nur zu gut! Mein Mann ist in der gleichen Branche wie Deiner 😉
    Das Leben entwickelt sich dann doch manchmal ganz anders, als man mit Mitte 20 so gedacht hätte… Wünsche euch eine großartige Zeit in den USA!

    20. Juli 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Oh!! Das ist ja schön zu hören, da schaue ich gleich mal bei dir! Vielen lieben Dank!

      20. Juli 2017
      |Reply
  3. Wow! Wie aufregend! Ich bin gespannt, was du demnächst alles zu berichten hast! Liebe Grüße aus Bremen! Jessica

    20. Juli 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Danke liebe Jessica! Ich bin auch schon darauf gespannt!

      20. Juli 2017
      |Reply
  4. Christine
    Christine

    Liebe Katja

    Zunächst gratuliere ich Deinem Mann zum nächsten Karriereschritt. Und Dir auch, denn ohne Deine Unterstützung wäre das so ja auch nicht so unbedingt machbar.
    Ich wünsche euch alles erdenklich Gute für das neue Ziel mit all seinen Herausforderungen, die auf euch warten. Es wird sicher spannend. Plant ihr denn wieder zurück nach Deutschland zu kommen? Wie fühlt es sich für dich an zukünftig die eigenen Eltern so weit weg zu haben? Ich finde die 170 km zwischen meinen Eltern und mir oft schon zu viel.

    Ganz liebe Grüße von einem anderen Heimchen am Herd 😘

    20. Juli 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Liebe Christine,
      Wir sind in Wahrheit schon weit weg von meinen Eltern. 600 km weit, daher kenne ich das allein sein schon ganz gut. Aber jetzt wird es noch etwas schwerer… wir bleiben erstmal 2 Jahre, mal sehen, was dann kommt. 💁🏻
      Ich drücke dich anderes Heimchen ganz lieb und solidarisch ❤️

      20. Juli 2017
      |Reply
      • Christine
        Christine

        Liebe Katja

        Durch deine verschiedenen Berichte auf deinen Blog weiß ich,dass du auch jetzt schon eine große Distanz zwischen dir und deinen Eltern hast. 😉. Aber ich glaube es fühlt sich nochmal anders an, wenn man 1. In einem anderen Land ist und 2.der große Teich dazwischen liegt. Aber du/ihr werdet das gut schaffen, denn – so liest es sich – seid eine tolle Familie mit starkem Zusammenhalt. 👍🏻

        Bin sehr gespannt auf deine zukünftigen Artikel hier auf deinem Blog.

        Danke für die solidarische Umarmung 😊

        Ganz liebe 🌞Grüße aus Nordbaden 😘

        21. Juli 2017
        |Reply
        • Katja
          Katja

          Da hast du recht, es wird nochmal was ganz ganz anderes!

          21. Juli 2017
          |Reply
  5. Liebe Katja, bald bist du jetzt auch eine Expatmama. Ich wünsche euch das Allerbeste für die nächsten zwei Jahre und den Umzug und Danke dir für diesen schönen Beitrag zur Blogparade.

    Liebste Grüße
    Berdien

    20. Juli 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Ach liebe Berdien, hate ganz vergessen dir den Link zu kommentieren! Aber du hast mich ja gefunden! Vielen Dank für die guten Wünsche❤️

      21. Juli 2017
      |Reply
  6. Ich finde das spannend und wünsche euch einen stressfreien Umzug und guten Neustart! Und ich freue mich immer über Berichte aus der Ferne. Toll dass es blochende Expatmamas gibt. 🙂
    LG
    Beatrice

    21. Juli 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Vielen lieben Dank Beatrice! Das freut mich! Ich glaube auch, dass es spannend wird!

      21. Juli 2017
      |Reply
  7. Katrina
    Katrina

    Hallo Katja, mich würde interessieren, ob/wie ihr die Absicherung für den Fall des Verdienstausfalls des Alleinverdieners (BU oder Trennung) gelöst habt. Das ist ja bin so einer Ehe besonders wichtig…

    21. Juli 2017
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    • Katja
      Katja

      Sehr gute Frage! Meinst du das jetzt generell oder speziell auf Amerika bezogen? In Amerika sind wir durch den AG meines Mannes abgesichert. Bei einer Trennung würde ich / wir trotzdem zurück nach Deutschland kommen, da auch die Flüge für uns vertraglich geregelt sind.
      Aber ehrlich gesagt: ertappt! Da müssen wir hier noch einiges besprechen!
      Es geht hier alles so schnell, dass ich daran noch gar nicht gedacht hab. Vielen Dank für deinen Denkanstoß. Du hast recht, das ist mega wichtig!
      Liebe Grüße
      Katja

      22. Juli 2017
      |Reply
  8. Oh wow! Was für Neuigkeiten! Das finde ich total spannend und freue mich schon mehr davon von dir zu lesen 🙂 Amerika, das ist ein riesen Schritt und ich beneide dich echt darum. Und hätte ich meinen Mann damals nicht kennengelernt, wäre ich nach dem Abi wohl auch für ein Jahr als Aupair dort hin gegangen. Aber so ist das wohl mit den Männern, was tut man nicht alles für sie 😀 Aber wie in deinem Fall können sie manchmal auch großartige Türen öffnen. Ich freue mich für dich, für euch!

    Ganz liebe Grüße
    Sarah 🙂

    22. Juli 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Vielen lieben Dank fùr all diese schönen Worte! Ja, so ist es manchmal. Da hat das Schicksal andere Pläne mit dir gehabt!

      23. Juli 2017
      |Reply
  9. Heidi
    Heidi

    Oh wie toll und aufregend!!! Ich hab es leider nicht geschafft in den letzten Wochen zu lesen und hatte jetzt etwas nachholbedarf 😁
    das ist so schön geschrieben und ich finde es großartig, dass ihr euch ergänzt und die Höhen und Tiefen gemeinsam genießt und meistert.
    Alles Gute für und viel Spaß beim Einleben!
    Ich freu mich weiterhin über deine Updates… liebste Grüße

    1. August 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Vielen lieben Dank, Heidi! Ja das stimmt wohl; wir ergänzen um einfach sehr gut 😊
      Vielen Dank für deine Nachricht

      1. August 2017
      |Reply

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