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Willkommen in Amerika – Umzugsupdate #4

Posted in Umzugsupdate

Eine ganze Woche ist es her, dass wir in den Flieger in Paris stiegen und 11 Stunden später in unserem neuen Zuhause Salt Lake City landetet. Mir kommt es vor, als wären schon Wochen vergangen seit unser Ankunft. Es ist unheimlich viel zu erledigen, mein Mann arbeitet schon wieder und die Eindrücke erschlagen uns. Es ist total spannend und jeder Schritt, den wir aus dem Haus machen kommt mir vor wie ein Abenteuer. Und genau deshalb ist es dringend Zeit für ein Umzugsupdate.

Wie ist der aktuelle Status?

Weil unsere Wohnung noch nicht möbliert ist, sind wir spontan zu Bekannten in den Keller gezogen anstatt ins Hotel. So haben wir die Möglichkeit etwas mehr Platz für die Kinder zu haben und können auch mal selbst kochen anstatt ständig essen gehen zu müssen.

Wie lange noch bis zum Umzug?

Wenn alles gut geht, dann bekommen wir heute den größten Teil unserer Möbel und können einziehen. Wir versuchen so viel wie nötig und so wenig wie möglich zu kaufen und werden mit der Zeit sehen, ob es ausreicht. Ich freue mich darauf uns die Wohnung gemütlich zu machen und vor allem war es schön (und teuer) alles neu einzurichten. Ich verspreche euch ganz bald Bald Bilder von der Wohnung.

Wie war der Flug?

Ich gebe es zu, ich hatte echt Angst vor dem Flug. 11 Stunden mit einer 1-Jährigen in einem geschlossenen Raum: Uhhhhh. Tatsächlich war es echt ok. Wir sind am Tag des Abfluges schon um 4 aufgestanden und mussten unseren ersten Flieger nehmen, deshalb konnten beide Kinder sehr lange im Flugzeug schlafen. Ich hatte ein paar neue Spielsachen dabei, holte sie aber immer erst raus, wenn die Stimmung drohte zu kippen. Und schwups waren die 11 Stunden um und ich heilfroh über den Tagflug.

Wie war der Jetlag?

Hier in Salt Lake City sind 8 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland. Schon auf dem Weg zum Haus schliefen beide Kinder ein. 14 Uhr Ortszeit. Hmmm. Wir liessen sie schlafen und wollten sie gegen 17 Uhr nochmals wecken, aber da hatten wir keine Chance. Sie waren unweckbar. Also haben wir uns in weiser Voraussicht auch hingelegt und wurden um Mitternacht von vier hellwachen Kinderaugen geweckt.
Was macht man also in einer fremden Stadt um Mitternacht? Man setzt sich in den Mietwagen und macht ne Stadtrundfahrt.
Das State Parliament bei Nacht.

Gegen 4 schliefen Milou und ich nochmal ein und Ida ruhte mir meinem Mann. Doch schon um 6 Uhr waren wir alle wieder wach. Den Sonntag hielten die Mädchen super durch. Wir hatten ein prima Nachmittagsprogramm mit vielen Kindern, noch mehr Spielzeug und einer traumhaften Kulisse.

Ist das nicht ein toller Blick aus dem Garten?
Um 20 Uhr schliefen beide Mädchen erst ein und wir waren schon überzeugt, dieses Jetlag-Ding überwunden zu haben. Doch um 4 Uhr waren diese kleinen wachen Kinderaugen wieder da. Es dauerte dann noch so zwei tage, bis die Mädchen endgültig auf amerikanischer Zeit waren.
Was zum Jetlag aber auch dazu gehört, ist das Essen. Schon morgens hatten die Kinder Hunger auf Nudeln…

Wichtigste Dinge auf der To do Liste?

  • Lebensmittel für unseren Umzug kaufen
  • ein Auto kaufen (weil wir hier keine Kreditvergangenheit haben, müssen wir das Auto direkt kaufen)
  • Bankkonto aufmachen (geht leider nur mit Social Security Nummer, die beantragt ist, aber noch zwei Wochen braucht, bis sie bei uns ist)
  • Idas und Milous Kindergarten besuchen
  • Möbel zusammen schrauben und schauen was noch fehlt
  • Neue Wohngegend erkunden

Was konnte schon abgehakt werden?

  • Wir sind angekommen!
  • Wir haben ein amerikanisches Telefon und somit auch Internet!!! (Man ist das schwer ohne google in einer fremden Stadt)
  • Der größte Teil der Einrichtung ist gekauft

Kuriositäten, mit denen ich nicht gerechnet hab?

  • Überraschungseier dürfen hier nicht eingeführt werden weil sie super gefährlich sind. Hä????? Was ist das denn? Ist das nicht super merkwürdig?
  • Man darf hier über rote Ampeln fahren wenn man rechts abbiegt.
  • Es gibt hier keine Staubsaugerbeutel (sondern die Behälter im Staubsauger werden geleert)
  • Dass die Mormonen keine Alkohol trinken wusste ich ja schon, aber nun kommt der absolute Horror für mich: Sie trinken KEINEN Kaffee! (Ach ja, schwarzen Tee trinken sie auch nicht) Wie halten die den Tag aus?
Ganz nah bei unseren bekannten ist diese Weide mit Pferden.

Was denke ich über Deutschland?

Deutschland ist das Land, das mich jetzt ständig begleitet und mich auch vor meinen amerikanischen Bekanntschaften definiert. Es ist eine unheimliche Verantwortung auf einmal ein „Volk“ zu repräsentieren. Ich bin nicht mehr die Mama mit den bockenden Kindern sonder die Deutsche mit den bockigen Kindern. Und versteht das nicht falsch, es ist nur ein Beispiel und vor allem mir selbst geschuldet.
Alle Amerikaner erzählen dir sofort ob sie schon mal in Deutschland waren und sind (zumindest oberflächlich interessiert) Also darf ich es hier nicht vermasseln!

Was denke ich über Amerika?

Wow ist hier alles groß! Die Autos, die Straßen, die Kühlschränke und Waschmaschinen (die könnten wir Mamas in Deutschland auch gebrauchen!) Die Menschen sind freundlich und quatschen dich überall an.
Es gibt hier ziemlich viele Menschen, die -drücke ich es mal freundlich aus- übergewichtig sind.
Und auch ziemlich viele Menschen die in Leggins und T-Shirt (Frauen) oder in riesigen T-Shirts und übergroßen Hosen (Männer) rumlaufen.
Alles wird mit dem Auto erledigt und überall ist auch Platz dafür. Es gibt in jedem Laden (auch bei Starbucks) ein Drive-thrugh und überall große Parkplätze!
Und irgendwie haben Amerikaner Hitze! Ich denke immer, dass alle viel zu leicht angezogen sind.
Das allerschönste ist: alle sind kinderfreundlich. Und es wird dafür gesorgt, dass die Kinder sich wohlfühlen.
Und die Toiletten haben immer Papiersitze, so dass man sich nicht auf die Brille setzen muss!
Wir sind an einem wunderschönen Ort gelandet und ich kann es kaum abwarten alles zu erkunden!

Aktuelle Stimmung bei mir?

Ich freue mich, dass wir endlich hier sind. Ich mag die Gegend, in der unsere neue Wohnung ist und ich mag auch unsere Wohnung und freue mich aufs einrichten. Ich kann es kaum erwarten in einen Rhythmus zu kommen und einen Alltag zu haben.
Allerdings ist mein kleines Hirn überfordert mit der riesigen Auswahl, die es überall gibt. 20 verschiedene Vanillejoghurts und alle sind irgendwie gleich. Mir sagen die Marken noch nichts und deshalb stehe ich zehn Minuten vor jedem Regal und muss mich entscheiden. Und dann ist überall Zucker drin und alles schmeckt anders, auch daran muss ich mich gewöhnen.
Vor allem aber liebe ich diese wunderschönen Berge! Als Nordlicht finde ich sie so faszinierend. Wenn das Licht auf einige Stellen fällt; wenn die Wolken die Spitzen verdecken und alles auf einmal wie gedrungen aussieht; wenn die Berge so nah und doch so weit weg sind.
Schlechtes Bild, aber so haben wir die Stadt das erste mal gesehen.

Aktuelle Stimmung bei den Kindern?

Den Mädels geht’s sehr gut! Sie spielen viel und sind wie zusammengeschweißt. Milou mag allerdings das Essen hier überhaupt nicht. Sie mäckelt rum und probiert kaum etwas, das sie nicht kennt. Alles was es zu essen gibt ist „bähhhh“ und wird lautstark kund getan. ( Das meine ich übrigens auch mit dem Deutschland repräsentieren)
Das Englisch scheint sie aktuell nicht zu stören. Ida sagt mir jeden Tag neue Wörter und Milou brabbelt einfach auf deutsch. Nee, stimmt gar nicht Milou quatsch jetzt auch nach, wenn ich Ida sage, wie etwas auf englisch heisst.

Gewicht?

Erstens wird das Gewicht hier anders gemessen und ich hab keinen Plan es umzurechnen und zweitens fehlt mir auch die Waage.

Das vermisse ich …

Das deutsche Essen. Ganz ehrlich, mir hängt das Essen jetzt schon zum Hals heraus. Gerade weil wir aktuell doch viel unterwegs sind, essen wir auch auswärts. Bisher habe ich noch nicht viel gesundes bekommen und das nervt mich echt. Mich nervt dass ich auf jeden pups den ich einkaufe schauen muss, ob und wieviel Zucker enthalten ist und sehr häufig sehen die Verpackungen gut und gesund aus und der Inhalt ist es gar nicht.

Darauf verzichte ich gern…

Aktuell gibt es nichts.

Ängste?

Auf Grund der fehlenden Social Security Nummer meines Mannes müssen wir alles alles alles direkt bezahlen. Selbst unser Telefon ist prepaid (vorbezahlt). Ich habe Angst, dass unser Geld knapp wird. Alles kommt auf einen Batzen und wir sind gerade mal eine Woche hier. Wir geben zwar kein Geld aus, was nicht vorhanden ist, trotzdem ist es schmerzhaft, wenn man sieht wie das jahrelang ersparte schmilzt und schmilzt. Wir sind es einfach nicht gewohnt so viel Geld auszugeben.

Und dann haben wir die Krankenversicherung abgeschlossen, zahlen wirklich viel Geld im Monat und dennoch übernimmt sie nicht alles zu 100 %. Um ehrlich zu sein, übernimmt sie fast gar nichts zu 100%. Allein schon für den Krankheitsfall hätte ich sehr gern etwas mehr Reserven.

Beste Entdeckung?

Alexa. Es gibt hier Alexa (ich weiß, gibt’s in Deutschland auch) ein Gerät von Amazon und ich und die Kinder lieben sie! Sie ist unser Dj und selbst Milou sagt immer „Alekssssa“. In Deutschland dachte ich immer, wer braucht so einen Blödsinn, doch hier denke ich „Alexa, spiel ein paar Songs von Frozen!“ und „Alexa, wie wird das Wetter heute?“

Wow, hatte ich heute viel zu erzählen. Wenn du bis hierher gelesen hast, dann danke ich dir dafür und wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Eure Katja
Ps: Gibt es noch etwas, dass dich interessiert und ich hier nicht erwähnt habe? Oder hast du noch eine genauere Frage zu einem der Themen? Schreib mir einfach einen Kommentar und ich beantworte alles.
Bye bye – bis nächstes Mal!

5 Comments

  1. Nadine
    Nadine

    Hallöchen erst mal ihr Auswanderer. Zuerst einmal möchte ich dir sagen das du/ihr das ganz toll macht. Ich verfolge dich schon eine Weile und als klar war ihr werdet Deutschland verlassen war mein erster Gedanke, oh nein sie kann uns doch nicht einfach den Rücken kehren. Aber gleichzeitig war ich,und bin es noch, so gespannt wie sich alles entwickelt. Auch bei den Kindern ist es ja doch ein großes Ereignis. Ich finde es ganz toll das ihr dieses Wagnis lebt. Ich drücke euch die Daumen das alles weiterhin so gut klappt wie bisher und ihr in der neuen Wohnung dann schnell in den Alltag findet. Ich war schon öfter in den USA unterwegs und habe vorallem mit den Eßgewohnheiten und den Lebensmitteln so meine Probleme gehabt. Wie du schon sagst überall ist Zucker drin. Da wäre dann auch meine Frage. Gibt es nicht mittlerweile sowas wie bei uns der Alnatura oder so ist. Ich hatte schon immer das Gefühl wer in Amerika gesund essen möchte muss mehr Geld ausgeben. Ich hoffe bzw bin mir sicher ihr werdet was die Lebensmittel angeht einen Durchblick bekommen. Eins nach dem anderen halt. Erst mal ganz liebe Grüße aus dem schönen Mainz.

    23. September 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Liebe Nadine! Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich habe noch zwei Supermärkte, die auf meiner Liste stehen, von denen ich mir genau das erhoffe. Allerdings sind beide teuer (so wurde es mir zumindest gesagt) Ich finde es einfach unglaublich, dass in einem Regal 20 Sorten Vanillejoghurt stehen und überall steht „low fat“ drauf aber nirgends steht ohne Zucker!
      Ich werde berichten ob die zwei anderen besser sind!

      23. September 2017
      |Reply
  2. Boah, wie aufregend 😀. Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass die Nummer schnell da ist und ihr bald in der Wohnung wohnt. Ich denke sobald du wieder selber kochst, regelt sich das mit dem gesunden Essen wieder. Die Bilder und deine ersten eindrücke sind so so wunderbar. Ich freue mich auf euer nächstes Update und schicke eine liebe Umarmung ans anderes Ende der Welt. Bis bald ihr lieben und Küsschen aus Hamburg.

    Eure Lori

    23. September 2017
    |Reply
    • Katja
      Katja

      Ach danke meine liebe Lori! Ja, das hoffe ich auch sehr! Mal sehen was sich sich so gesundes finden lässt 🙈 ich schicke Küsschen zurück ❤️

      24. September 2017
      |Reply
  3. Ich verfolge alles ganz gespannt mit liebe Katja und wünsche euch weiterhin alles Gute! <3
    Liebe Grüße
    Miriam

    25. September 2017
    |Reply

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